Kolumbien: Regierung und Opposition reden über neuen Friedensvertrag

Kolumbien: Regierung und Opposition reden über neuen Friedensvertrag
Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos will unter Einbeziehung aller politischen Kräfte des Landes weiterhin ein Friedensabkommen durchsetzen. "Wir sind einem Friedensschluss sehr nahe", sagte Santos nach einem mehrstündigen Gespräch mit Oppositionsführer Álvaro Uribe.

Das Treffen der beiden Kontrahenten am Mittwoch (Ortszeit) sollte dem Friedensprozess in Kolumbien neuen Schub verleihen, nachdem eine knappe Mehrheit der Kolumbianer in einem Referendum am Sonntag den Friedensvertrag zwischen Regierung und Farc-Guerilla abgelehnt hatte.

Nach dem Gespräch erklärte der Ex-Präsident und heutige Senator Uribe, dass der von Regierung und Guerilla vorgelegte Vertrag nachverhandelt werden müsse. "Wir haben Vorschläge unterbreitet, damit ein neuer Friedensvertrag dem Willen aller Kolumbianer entspricht", sagte Uribe.

Möglichkeit weiterer Verhandlungen

Nach dreieinhalb Jahren Verhandlungen hatten Regierung und Farc einen umfassenden Friedensvertrag vorgelegt, der Ende September unterzeichnet worden war. Die Gegner des Abkommens kritisieren zu geringe Strafen für schwere Verbrechen seitens der linken Rebellen und deren zukünftige Teilnahme am politischen Leben.

Vor dem Gespräch mit Uribe hatte sich Santos am Mittwoch auch mit Ex-Präsident Andrés Pastrana getroffen, der ebenfalls zu den Gegnern des Friedensvertrags gehört. Im Anschluss äußerten sich beide optimistisch über die Möglichkeit weiterer Verhandlungen, ohne Einzelheiten zu nennen. Die Gespräche zwischen Regierung und Opposition sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden.

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Unterdessen demonstrierten am Mittwochnachmittag Zehntausende in der Hauptstadt Bogotá für die Umsetzung des ausgehandelten Friedensvertrages. Auch in anderen Städten gingen vor allem Studenten auf die Straße, um ihre Unterstützung zu bekunden. Die Farc erklärte im Kurznachrichtendienst Twitter, dass sie angesichts dieser Unterstützung an ihrem Friedenswillen und an der Abgabe der Waffen festhalten werde.

Der Krieg zwischen Guerillagruppen, Armee und rechtsextremen Paramilitärs hatte sich in den 60er Jahren an Landkonflikten und sozialer Ungerechtigkeit entzündet. Mehr als 340.000 Menschen wurden getötet, davon 80 Prozent Zivilisten. Mindestens sieben Millionen Kolumbianer wurden zu Flüchtlingen.