Kirchen: Ceta und TTIP haben keine Vision von Gerechtigkeit

Kirchen: Ceta und TTIP haben keine Vision von Gerechtigkeit
Kritiker der Freihandeslabkommen gingen am Samstag in sieben deutschen Städten auf die Straße, um ihren Unmut kundzutun. Dazu aufgerufen hatte ein Bündnis aus rund 30 Organisationen, darunter Verbraucher- und Umweltschutzinitiativen, Gewerkschaften und Sozialverbände.

Der Protest von Chriten gegen die Freihandelsabkommen TTIP und Ceta wird nach den Worten des badischen Landesbischofs, Jochen Cornelius-Bundschuh, von einer Vision angetrieben. Es sei keine Verweigerung, sondern der Wille, Globalisierung gerechter zu gestalten, sagte der Bischof als Vertreter der evangelischen und katholischen Kirchen in Baden-Württemberg auf der Demonstration gegen Ceta und TTIP am Samstag in Stuttgart laut seinem vorab übermittelten Redemanuskript.

Zu der Vision gehöre, dass eine zukunftsfähige globale Handelspolitik Gerechtigkeit und Menschenwürde für alle anstrebe. "Wir treten für einen Handel ein, der fair, nachhaltig und partnerschaftlich ist." Alles andere sei "nicht enkeltauglich", sagte Cornelius-Bundschuh. Christen seien nicht gegen Europa, sondern für ein offenes und menschenfreundliches Europa, das das globale Miteinander positiv verändern wolle.

Mehr zu TTIP, Großdemonstration
Unter dem Motto "Nicht mit uns - Muslime und Freunde gegen Gewalt und Terror" haben am Samstag in der Kölner Innenstadt hunderte Menschen gegen Terrorismus, Krieg, Diktatur und Extremismus demonstriert.
Polizei Symbolfoto
In der Kölner Innenstadt haben am Samstag knapp 250 Demonstranten gegen einen Aufzug der rechtspopulistischen Splitterpartei "Pro NRW" protestiert.


Die Abkommen Ceta und TTIP mit Kanada und den USA jedoch vertieften die Gräben "zwischen denen, die sich fast alles leisten können, und jenen Menschen, die täglich um ihr Überleben kämpfen". Die Kirchen lehnen dem Theologen zufolge deshalb die Abkommen so lange ab, bis sie der Überprüfung standhalten, ein menschenwürdiges Leben für alle Menschen zu fördern und die Armut und die Ungleichheit zwischen Nord und Süd zu verringern.

Kritiker der Freihandeslabkommen gingen am Samstag in sieben deutschen Städten auf die Straße, um ihren Unmut kundzutun. Dazu aufgerufen hatte ein Bündnis aus rund 30 Organisationen, darunter Verbraucher- und Umweltschutzinitiativen, Gewerkschaften und Sozialverbände.