Blasphemie-Gesetz: Pakistanische Richter-Kommission empfiehlt Reform

Blasphemie-Gesetz: Pakistanische Richter-Kommission empfiehlt Reform
In Pakistan fordert eine Richter-Kommission die Reform des umstrittenen Blasphemie-Gesetzes. Die Kommission argumentiert, dass das Gesetz oft für andere Zwecke missbraucht werde, etwa um persönliche Rache zu üben, wie die Zeitung "Express Tribune" am Mittwoch berichtete.
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Die Richter plädieren dafür, Falschanzeigen auch in Zusammenhang mit dem Gotteslästerungsparagraphen unter Strafe zu stellen. Eine entsprechende Änderung müsste vom Parlament beschlossen werden. Die Richter-Kommission untersucht die Lynchmorde an acht Christen im Jahr 2009.

Pakistans drakonisches Blasphemie-Gesetz sieht bei Gotteslästerung unter anderem die Todesstrafe vor. Das islamische Land hat bislang niemanden wegen Blasphemie hingerichtet. Allerdings bedeutet bereits der Vorwurf der Gotteslästerung trotzdem häufig Lebensgefahr. Immer wieder kommt es in solchen Fällen zu Lynchjustiz und Rachemorden. In Pakistan warten zur Zeit knapp 20 Menschen wegen Blasphemie auf ihre Hinrichtung, darunter die Christin Asia Bibi, die seit über sieben Jahren in Haft ist.



Der Vorwurf der Gotteslästerung war auch Auslöser der Angriffe auf Christen in Gojra, einem Ort in der Punjab-Provinz. Nach Gerüchten, wonach in einer Siedlung mit überwiegend christlichen Bewohnern der Koran bei einer christlichen Hochzeit benutzt und dadurch entweiht worden sei, zündete ein wütender Mob rund 40 Häuser und eine Kirche an. Acht Christen starben, 18 weitere wurden verletzt.

Ein Bericht der Organisation "Open Doors" vom vergangenen Juli listet Pakistan als eines der gefährlichsten Länder für Christen. Das islamische Land stehe bei der Verfolgung und Diskriminierung von Christen im weltweiten Vergleich an sechster Stelle.

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