Welthungerhilfe warnt vor Hungersnot im Südsudan

Welthungerhilfe warnt vor Hungersnot im Südsudan
Dem krisengeschüttelten Südsudan droht wegen der jüngsten Eskalation der Gewalt nach Ansicht der Welthungerhilfe eine Hungersnot.
14.07.2016
epd-Gespräch: Michaela Hütig
epd

Die ohnehin dramatische Nahrungsmittelknappheit werde sich infolge der Kämpfe weiter verschärfen, sagte Mathias Mogge vom Vorstand der Welthungerhilfe dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Bonn. Selbst wenn die vereinbarte Waffenruhe halten sollte, drohe das bitterarme Land noch tiefer ins Chaos zu rutschen. Bereits vor Ausbruch der neuerlichen Gefechte vor einer Woche seien rund 4,8 Millionen Menschen von Hunger bedroht gewesen, davon mehr als 686.000 Kinder unter fünf Jahren, erklärte Mogge. Die Hälfte der mehr als zwölf Millionen Einwohner sei auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Zusätzlich zu den 2,3 Millionen Menschen, die bereits zuvor auf der Flucht waren, seien in den vergangenen Tagen schätzungsweise weitere 40.000 aus ihren Häusern vertrieben worden, sagte er. Vor allem in der Hauptstadt Juba versuchten die Menschen, sichere UN-Stützpunkte zu erreichen. Viele der Schutzsuchenden würden aber schon unterwegs wieder in lebensbedrohliche Situationen geraten, etwa an illegalen Straßensperren von kriminellen Banden und versprengten Militärs.

In den Notunterkünften, darunter auch Kirchen und Schulen, setzten den Menschen Enge und schlechte hygienische Zustände weiter zu, sagte der Programmvorstand der Welthungerhilfe, die nach eigenen Angaben 500.000 Menschen im Südsudan hilft. Vor allem Kinder drohten etwa an Cholera und Durchfall zu erkranken. "Auch die Zahl der Malaria-Opfer schnellt massiv nach oben, gerade jetzt in der Regenzeit", erklärte Mogge.

Die langfristigen Folgen der Unruhen für die leidgeprüfte Bevölkerung sind nach seinen Worten unabsehbar: "Die Gewalt führt dazu, dass die Menschen jedes Vertrauen in die Regierung und in den Friedensprozess verlieren."

Die Welthungerhilfe hat wegen der jüngsten Kämpfe zwischen Anhängern des südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir und des Vizepräsidenten Riek Machar ihr Büro in Juba geschlossen. In anderen Teilen des seit fünf Jahren unabhängigen zentralafrikanischen Landes setzt die Organisation ihre Arbeit fort.

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