Weißer Ring will Gewaltprävention in Schulen verankern

Weißer Ring will Gewaltprävention in Schulen verankern
Der Opferschutzverein Weißer Ring hat die Schulen aufgefordert, das Thema Beziehungsgewalt fest in Lehrplänen zu verankern.

Junge Menschen müssten mit Konzepten gegen Gewalt in einer Lebensphase erreicht werden, in der sie erste Beziehungen eingehen und Rollenbilder entwickeln, sagte Bundesgeschäftsführerin Bianca Biwer am Dienstag am Rande eines Kongresses in Magdeburg. In Schulen seien alle Kinder und Jugendlichen erreichbar.

Mit Projekten zu Beziehungsgewalt hätten Schüler die Möglichkeit, andere Sichtweisen kennenzulernen und bislang als normal empfundene Vorstellungen und Erfahrungen zu hinterfragen, betonte Biwer. Jedoch fehle ein breites öffentliches Bewusstsein für die Bedeutung des Themas. Konzepte und Projekte zur Vorbeugung von Beziehungsgewalt müssten deshalb flächendeckend verfügbar sein.

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In Kindheit und Jugend miterlebte Gewalt erhöhe das Risiko, selbst Gewalt in Beziehungen auszuüben oder zu erdulden, sagte der Sprecher der Präventionsbeauftragten beim Weißen Ring, Peter Lunckshausen. In Familien litten Kinder unter Gewalttätigkeiten wie etwa Tritten, Schreien oder psychischer Erniedrigung in besonderem Maße.

Der Weiße Ring gehört zu den Mitwirkenden des 21. Deutschen Präventionstages in Magdeburg. Der zweitägige Kongress mit rund 2.200 Teilnehmern geht am Dienstag zu Ende. Schwerpunkt ist die Kriminalitätsvorbeugung. Zu den Themen gehören die Integration von Flüchtlingen und Migranten sowie Drogensucht, sexuelle Gewalt, Rechtsextremismus und Opferschutz.