Beginn der Syrien-Gespräche weiter ungewiss

Beginn der Syrien-Gespräche weiter ungewiss
Seit mehreren Wochen bemüht sich der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura vergeblich, die verfeindeten Parteien im Syrien-Konflikt an einen Tisch zu bringen. In Genf wartet er nun erneut auf die Repräsentanten des Assad-Regimes und der Opposition.

Der geplante Neustart der Genfer Gespräche zur politischen Lösung des Syrien-Konflikts bleibt ungewiss. Bis spätestens Montag wolle der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura den direkten Dialog mit den verfeindeten Parteien wieder aufnehmen, erklärte seine Sprecherin Jessy Chahine am Dienstag in Genf. Die syrische Opposition indes stellte die Teilnahme an den Gesprächen infrage, weil das Assad-Regime die vereinbarte Feuerpause in dem Bürgerkriegsland nicht einhalte. Unterdessen beklagte das Hilfswerk World Vision die hohen wirtschaftlichen und sozialen Kosten des Krieges und die damit verbundenen langfristigen Folgen für die Menschen in der Region.

De Mistura will sich ab Mittwoch für Gespräche bereithalten. Wann die Repräsentanten des Assad-Regimes und der Opposition in Genf eintreffen, sei noch nicht klar, sagte die Sprecherin.

150.000 Menschen versorgt

Unterdessen teilte das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe mit, dass im Februar rund 64.000 Menschen vor der Gewalt in der Region Aleppo geflohen seien. Die Feuerpause sei in dem Gebiet sehr brüchig, immer wieder flackerten Kämpfe auf. Laut dem Welternährungsprogramm wurden seit Mitte Februar etwa 150.000 Menschen in belagerten syrischen Städten mit Lebensmitteln versorgt.

Die Syrien-Gespräche, in denen de Mistura vermittelt, hatten Ende Januar in Genf begonnen. Es kam aber nicht zu direkten Kontakten zwischen dem Regime und der Opposition. De Mistura setzte die Gespräche aus und plante eine Wiederaufnahme, was bislang scheiterte. Der Syrien-Konflikt war vor fünf Jahren eskaliert. Das Assad-Regime, Rebellengruppen und Terrormilizen kämpfen um die Macht. Mehr als 260.000 Menschen starben, Millionen Syrer sind auf der Flucht.

Das Hilfswerk World Vision errechnete, dass der Konflikt die Wirtschaft in Syrien in den vergangenen fünf Jahren bereits 275 Milliarden Dollar (250 Milliarden Euro) gekostet hat. Das sei verlorenes Geld, sagte Conny Lenneberg, World-Vision-Regionalleiterin Naher Osten und Osteuropa: "Es wird nicht in Bildung, Gesundheit, gute Lebensbedingungen und eine sichere Zukunft für Kinder investiert werden können."

Hilfswerk: Humanitäre Lage rasch verbessern

Der in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Frontier Economics entstandene Bericht mit dem Titel "The Cost of Conflict for Children" zeichnet ein düsteres Bild: Die Lebenserwartung in Syrien sei um 15 Jahre gesunken, medizinische Versorgung nicht mehr zugänglich oder zu teuer und gleichzeitig von schlechterer Qualität. Mehr als die Hälfte aller geflüchteten Kinder in der Region habe im vergangenen Jahr keine Schule besucht.

Das Bündnis "Aktion Deutschland Hilft" forderte eine schnelle Verbesserung der humanitären Lage. Um die derzeitige Krise in dem Land zu bewältigen, müsse nicht nur die Feuerpause fortgesetzt, sondern es müssten auch die Voraussetzungen für eine effektive humanitäre Hilfe geschaffen werden, erklärte Geschäftsführerin Manuela Roßbach am Dienstag in Bonn: "Jede Stunde, in der Politiker auf Konferenzen debattieren, werden 50 syrische Familien aus ihrem Zuhause vertrieben und befinden sich bei Eiseskälte und Schnee auf der Flucht."

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