UN: Immer mehr Flüchtlingskinder brauchen medizinische Hilfe

Eine Frau mit ihren Kindern an der Grenze zwischen Mazedonien und Serbien.

Foto: dpa/Djordje Savic

Schnee und Frost verschlimmern die Lage für Flüchtlinge in Südosteuropa, der Türkei und dem Mittleren Osten.

UN: Immer mehr Flüchtlingskinder brauchen medizinische Hilfe
Unter den Flüchtlingen auf dem Weg nach Europa sind laut UN immer mehr Kinder. Viele brauchten medizinische Hilfe. Unterdessen rechnet die Internationale Organisation für Migration damit, dass 2016 mehr Flüchtlinge in Griechenland ankommen als 2015.

Temperaturen unter null Grad und Schneefall verschlimmerten ihren ohnehin schlechten Gesundheitszustand, warnte ein Sprecher des UN-Kinderhilfswerks Unicef am Dienstag in Genf. Oft fehlten ihnen passende Kleidung, Nahrungsmittel und geheizte Unterkünfte. Die Zahl der Kinder unter den Flüchtlingen habe ungeachtet des Winterwetters stark zugenommen. Derzeit sei mehr als jeder dritte Flüchtling minderjährig, gegenüber einem Anteil von einem Viertel im Vorjahr.

Weit mehr Flüchtlinge als im Vorjahr

Insgesamt bleibt die Zahl der Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa fliehen, hoch. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) zählte seit Jahresbeginn in Griechenland mehr als 31.200 ankommende Geflohene. Im Vergleich zum Vorjahr, wo im ganzen Januar 1.472 Flüchtlinge registriert wurden, stieg die Zahl um das 21-fache.

Angesichts dieser Entwicklung müsse für 2016 damit gerechnet werden, dass die Zahl der in Griechenland ankommenden Flüchtlinge die des Vorjahres weit übersteigen werde, sagte ein IOM-Sprecher. 2015 hatten mehr als 853.000 Flüchtlinge Griechenland erreicht, die meisten von ihnen Syrer.

Unterdessen droht sich die Lage für Flüchtende und Bewohner der Region dramatisch zuzuspitzen. In den kommenden zwei Wochen drohe Südosteuropa, der Türkei und dem Mittleren Osten eine Periode mit erheblichem Schneefall und deutlich tieferen Temperaturen als üblich, warnte eine Sprecherin der Weltorganisation für Meteorologie (WMO). In der Türkei könne diese Lage schlimmstenfalls bis Mitte Februar anhalten.

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