Wahlkampf in Myanmar: Zehntausende feiern San Suu Kyi

Wahlkampf in Myanmar: Zehntausende feiern San Suu Kyi
Eine Woche vor den Wahlen in Myanmar hat Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ihre Anhänger aufgefordert, abstimmen zu gehen und keine Angst vor Repression zu haben.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Myanmars größter Stadt Rangun verlangte die Friedensnobelpreisträgerin am Sonntag eine faire Abstimmung und warnte vor Wahlbetrug. 

Myanmar (früher Birma) stand jahrzehntelang unter Militärherrschaft. Seit März 2011 ist eine zivile Regierung im Amt, die allerdings überwiegend aus Ex-Militärs besteht. Am 8. November finden in dem Land die ersten Wahlen seit 25 Jahren statt, an denen Suu Kyis oppositionelle "Liga für Demokratie" (NLD) teilnimmt. Die letzte Abstimmung vom November 2010 hatte die NLD aufgrund restriktiver Wahlgesetze boykottiert.

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Aung San Suu Kyi ist seit 1988 Symbol der Demokratiebewegung. Damals erschütterten politische Unruhen das südostasiatische Land. Am Sonntag versammelten sich Zehntausende an der Thuwanna-Pagode am östlichen Rand Ranguns, um die Rede der Freiheitsikone zu verfolgen. Der NLD wird bei den Wahlen eine überwältigende Mehrheit der Stimmen vorausgesagt. Die 70-jährige Aung San Suu Kyi kann selbst nicht Präsidentin werden. Die Verfassung verbietet ihr dies, da sie mit einem Briten verheiratet war.

Die Veranstaltung sollte ursprünglich in einem Park nahe Ranguns wichtigstem Denkmal, der Shwedagon-Pagode stattfinden. Dort hatte Suu Kyi 1988 ihren ersten politischen Auftritt. Die Behörden erteilten der NLD dafür keine Erlaubnis.