Putschisten in Burkina Faso wollen gestürzte Regierung wieder einsetzen

Putschisten in Burkina Faso wollen gestürzte Regierung wieder einsetzen
Nach dem Staatsstreich im westafrikanischen Burkina Faso haben sich die Putschisten bereiterklärt, eine zivile Regierung einzusetzen.

Der gestürzte Präsident Michel Kafando solle zurückkehren, sagte Benins Präsident Thomas Boni Yayi als Vermittler einem Bericht des Nachrichtenportals "Le Faso" zufolge am Sonntag. Bei dem Putsch am Mittwoch hatten Soldaten der Präsidialgarde Präsident Kafando und Mitglieder der Regierung festgenommen, am Donnerstag wurde General Gilbert Diendéré zum neuen Präsidenten erklärt.

In der Hauptstadt Ouagadougou kam es daraufhin am Wochenende zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Mindestens zehn Menschen kamen seit Mittwoch ums Leben, Hunderte wurden verletzt. Am Sonntag wurden Teile der Innenstadt abgesperrt.  Demonstranten zogen zum Hotel, wo die Vermittlungen stattfanden, wie der französische Auslandssender RFI berichtete. Die überwiegend jungen Demonstranten forderten unter anderem die Absetzung von General Diendéré, seines selbst ernannten Nationalrats und die Rückkehr der Übergangsregierung.

Vor einem Jahr hatten Bürgerproteste zum Sturz des damaligen, langjährigen Präsidenten Blaise Compaoré geführt. Die Übergangsregierung von Präsident Kafando war nach dem Sturz Compaorés im Oktober 2014 an die Macht gekommen. Am 11. Oktober hätten in Burkina Faso Wahlen stattfinden sollen. Die Soldaten der Präsidialgarde, die hinter dem jüngsten Putsch stecken, sind überwiegend Anhänger des gestürzten Präsidenten Compaoré. Mit dem Putsch wollen sie die früheren Machtverhältnisse wieder herstellen.

Nun hätten sich die Militärs bereiterklärt, dass Präsident Kafando den Übergangsprozess weiterführt, sagte der Vermittler Boni Yayi nach Gesprächen, die am Sonntag fortgesetzt wurden. Ob die Wahlen wie geplant am 11. Oktober stattfinden, war zunächst nicht klar.

Die Afrikanische Union hat den Putsch verurteilt und die Mitgliedschaft des westafrikanischen Landes aufgehoben. Sollten die Putschisten nicht innerhalb von vier Tagen abtreten, drohte die Afrikanische Union außerdem mit Sanktionen, darunter Reise- und Kontosperren für die Verantwortlichen. Eine entsprechende Resolution verabschiedete der Friedens- und Sicherheitsrat der Organisation am Freitagabend.

Soldaten der Präsidialgarde hatten am Mittwoch ein Treffen des Kabinetts gestürmt, Präsident Kafando, Ministerpräsident Isaac Zida und mehrere Minister festgenommen. Sie wurden am Freitag freigelassen. Die Putschisten werfen der Übergangsregierung vor, ihren demokratischen Idealen untreu geworden zu sein.

Meldungen

Top Meldung
 Susanne Breit-Keßler
Sich um Arme, Fremde, Kranke, Sterbende und Gefangene zu kümmern, müsse in einer Familie selbstverständlich sein, "auch in einer weltweiten", sagte Susanne Breit-Keßler laut Redemanuskript am Sonntag in der Münchner Lukaskirche, wo sie in den Ruhestand verabschiedet wurde.