Tagung zum Kirchenasyl in Leipzig eröffnet

Tagung zum Kirchenasyl in Leipzig eröffnet
In der Leipziger Friedenskirche ist am Freitagabend eine Tagung zum Kirchenasyl eröffnet worden.

Zu dem zweitägigen Treffen unter dem Titel "Hände weg vom Kirchenasyl" werden rund 65 Teilnehmer erwartet. Im Kirchenasyl nehmen Gemeinden Flüchtlinge auf, bei denen nach Einschätzung der Gemeinden bei einer Abschiebung Gefahr an Leib und Leben droht.

"Das Kirchenasyl ist ein Seismograph, wie es um den Flüchtlingsschutz bestellt ist bei uns", sagte die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche, Dietlind Jochims, laut Redetext. Hintergrund der Tagung ist auch der Streit über das Kirchenasyl zwischen Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und den Kirchen vom Frühjahr.

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Der blinde Syrer Mheddin Saho (27) ist wieder im Kirchenasyl. Wie sein Anwalt dem Evangelischen Pressedienst (epd) bestätigt, befindet sich der junge Mann in einem bayerischen Kloster, das ihn vor der Abschiebung nach Spanien schützen soll.

De Maizière hatte den Kirchen vorgeworfen, sich über geltendes Recht zu stellen, indem sie über eine Ausreizung von Fristen beim Dublin-Verfahren dafür sorgen, dass Flüchtlinge in Deutschland bleiben können. In einem Kompromiss einigten sich beide Seiten auf neues Verfahren, das eine engere Kommunikation mit den Behörden vorsieht. Im Herbst soll die erste Erprobungsphase ausgewertet werden.

Am Samstag wird bei der Tagung der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Dutzmann, über das Kirchenasyl aus Sicht der Kirchen sprechen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft verzeichnete zuletzt Anfang September 297 Kirchenasyle mit 452 Personen, darunter etwa 95 Kinder.