UN-Kommission: Gewalt gegen Zivilisten in Syrien nimmt zu

UN-Kommission: Gewalt gegen Zivilisten in Syrien nimmt zu
In Syrien ist nach UN-Angaben kein Ende des Bürgerkriegs in Sicht. Die Gewalt vor allem gegen Zivilisten nehme sogar weiter zu, erklärte eine vom UN-Menschenrechtsrat eingesetzte Untersuchungskommission, die am Donnerstag in Genf ihren zehnten Bericht vorlegte.

Weder Truppen der Regierung noch Aufständische hielten sich im fünften Jahr des Bürgerkriegs an humanitäres Völkerrecht. "Die Welt schaut zu, wie das syrische Volk in unvorstellbarer Weise leidet", kritisierte Kommissionschef Paulo Sérgio Pinheiro.

Zu den in Syrien verübten Verbrechen gehören nach Angaben der Kommission die willkürliche Belagerung und Bombardierung ganzer Städte mit zahlreichen zivilen Opfern, die Zerstörung von Kulturgütern und die massenhafte Vertreibung der Bevölkerung.

Streubomben auf Märkte und Busnahnhöfe

Dem Assad-Regime in Damaskus wirft die UN-Kommission großangelegte Luftangriffe vor, bei denen auch die geächteten Streubomben eingesetzt werden. Dabei würden gezielt Märkte, Busbahnhöfe und andere zivile Ziele angegriffen. Mutmaßliche Oppositionelle würden verhaftet und ohne Verfahren festgehalten. Viele verschwänden einfach.

Auch oppositionelle Milizen haben nach Angaben der UN ganze Stadtteile beschossen und damit Zivilisten ins Visier genommen. Zudem nähmen sie Geiseln, um Geld oder Gefangene zu erpressen. Terroristische Gruppen wie die Al-Nusra-Front oder der "Islamische Staat" zeichneten sich durch besondere Brutalität in den von ihnen kontrollierten Gebieten aus. Dazu gehörten öffentliche Hinrichtungen, Vergewaltigungen und die Versklavung von Frauen.

"Es liegt in der Verantwortung der Kriegsparteien und aller Staaten mit Einfluss, Frieden zu suchen"

Die Kommission forderte eine gemeinsame internationale Kraftanstrengung, um eine politische Lösung zu erreichen und die grassierenden Kriegs- und Menschenrechtsverbrechen in Syrien zu beenden. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. "Es liegt in der Verantwortung der Kriegsparteien und aller Staaten mit Einfluss, Frieden zu suchen", sagte Pinheiro.

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