Bethel feiert 125 Jahre Brockensammlung

Bethel feiert 125 Jahre Brockensammlung
Die Wiederverwertungsstelle Brockensammlung der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel feiert ihr 125-jähriges Bestehen mit einem Festakt und einer Ausstellung.

Am 6. September wird die Ausstellung "Schätze aus der Brosa" in der Historischen Sammlung Bethel in Bielefeld eröffnet. Am 29. Oktober folgt dann ein Festakt im Kulturzentrum "Neue Schmiede" für Menschen mit und ohne Behinderungen in Bielefeld-Bethel. Die Brockensammlung ist eine der bundesweit ersten Wiederverwertungs- und Beschäftigungsstellen für Menschen mit Behinderungen.

Im Jahr 1890 wurde mit einem öffentlichen Aufruf des ehemaligen Bethel-Chefs Friedrich von Bodelschwingh, "Brocken" jeder Art nach Bethel zu schicken, der Grundstein für die Brockensammlung gelegt. Die große Zahl an eingehenden Sachspenden wurde damals für den Eigenbedarf der diakonischen Einrichtung genutzt oder weiterverkauft. In den Betheler Werkstätten entstanden aus den ausrangierten Dingen zum Teil neue Produkte, aus unbrauchbarer Kleidung wurde etwa Kunstwolle für Matratzenfüllungen gefertigt, Blechdosen wurden zu Kinderspielzeug. "Friedrich von Bodelschwingh hat damit das Recycling professionalisiert und als Geschäftsidee entwickelt", erklärte Bethel-Historikerin Bärbel Bitter.

Altkleider machen heute den Großteil des Umsatzes der Brockensammlung aus. Die Wiederverwertungsstelle ist nach eigenen Angaben der größte Secondhand-Verkauf in der Region. Gut 70 Beschäftigte arbeiten dort, darunter Menschen mit Handicap und ehemalige Langzeitarbeitslose. Bethel sammelt im Jahr zusammen mit etwa 4.500 Kirchengemeinden allein 9.500 Tonnen Altkleider. Ein Teil davon wird in den Brosa-Läden, der Rest an zertifizierte Recycling-Betriebe verkauft.

Auch Gemälde, Schmuck oder Porzellan sind unter den vielen Sachspenden, die täglich in der Brockensammlung abgegeben werden. Darunter seien auch immer wieder kleine Schätze, sagte Bitter. In der Ausstellung vom 6. September bis zum 15. November werden ausgewählte Stücke gezeigt, zum Beispiel der bekannte Rot-Blaue-Stuhl des niederländischen Designers Gerrit Rietveld, eine Ikone der Moderne. Am Eröffnungstag zeigen Künstler zudem auf einem Upcycling-Markt, wie sie aus alten Sachen Neues machen.

Die Ausstellung "Schätze aus der Brosa" ist vom 6. September bis 15. November in der Historischen Sammlung Bethel zu sehen, Öffnungszeiten: sonntags bis donnerstags 15 bis 18 Uhr. Der Upcycling Markt ist am 6. September von 13 bis 18 Uhr. Am 29. Oktober wird das Jubiläum mit einem Festakt in der Neuen Schmiede in Bethel gefeiert.

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