Nobelpreisträger spendet für Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche

Nobelpreisträger spendet für Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche
Der deutsch-amerikanische Nobelpreisträger Günter Blobel hat 10.000 Euro für den geplanten Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche gespendet. Das Geld sei mit dem Kommentar "Ruf aus New York: Wir sehnen uns nach dem Wiederaufbau des schönsten Gebäudes in Potsdam!" überwiesen worden, teilte die Garnisonkirchenstiftung am Freitag in Potsdam mit. Blobel ist den Angaben zufolge seit 2005 Mitglied der Fördergesellschaft für die Garnisonkirche.

Der Biochemiker hatte 1999 bereits das Preisgeld seines Nobelpreises für Medizin für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche gespendet und in den USA die Stiftung "Friends of Dresden" gegründet. Außerdem unterstützte er den Angaben zufolge auch den Bau der Dresdner Synagoge, den Wiederaufbau der Leipziger Paulinerkirche und den Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses mit Spenden.

Der Wiederaufbau der 1945 zerstörten und 1968 abgerissenen Garnisonkirche ist vor allem wegen der Geschichte der einstigen preußischen Militärkirche umstritten. Die Gegner weisen unter anderem auf die Nutzung der Kirche durch die Nazis zur Inszenierung der Reichstagseröffnung am "Tag von Potsdam" im Jahr 1933 hin. Die Befürworter argumentieren unter anderem mit der Bedeutung des Bauwerks für das Stadtbild.

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Bisher konnten nicht genügend Spenden für den Wiederaufbau der Garnisonkirche eingeworben werden. Zunächst soll für rund 40 Millionen Euro der Kirchturm nach historischem Vorbild wieder errichtet werden. Die evangelische Kirche betreibt am historischen Standort in einem kleinen Neubau ein Zentrum für Friedens- und Versöhnungsarbeit.