2.500 Menschen protestieren in Stuttgart gegen Aktionsplan zur sexuellen Vielfalt

Gegner des grün-roten Bildungsplans demonstrierten am Sonntag in Stuttgart.

Foto: dpa/Daniel Maurer

Gegner des grün-roten Bildungsplans demonstrierten am Sonntag in Stuttgart.

2.500 Menschen protestieren in Stuttgart gegen Aktionsplan zur sexuellen Vielfalt
Der umstrittene Aktionsplan der baden-württembergischen Landesregierung zur Akzeptanz sexueller Vielfalt hat nach Polizeiangaben am Sonntag in Stuttgart rund 2.500 Demonstranten auf die Straße getrieben.

Unter dem Motto: "Ehe und Familie vor! Stoppt Gender-Ideologie und Sexualisierung unsere Kinder" protestierten sie zugleich auch gegen die Bundesratsinitiative zur Öffnung der Ehe für Homosexuelle. Organisiert worden war der Protest vom Aktionsbündnis "Demo für alle". Parallel warben laut Polizei rund 300 Gegendemonstranten unter der Überschrift "Kein Platz für rechte Hetze" für ein buntes und vielfältiges Stuttgart.

Bei der "Demo für alle" auf dem Schillerplatz sprachen unter anderem Vertreter von CDU, CSU und AfD. Die Koordinatorin der Demo, Hedwig von Beverfoerde, sagte: "Wir sind heute hergekommen, weil es immer schlimmer wird. Mittlerweile demonstrieren wir auch für den Erhalt der Ehe als Ehe zwischen Mann und Frau." Das Aktionsbündnis "Demo für alle" umfasst mehrere konservative Verbände und kirchliche Organisationen, darunter das Forum deutscher Katholiken und die Evangelischen Arbeitskreise mehrerer CDU-Kreisverbände. 

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Begleitet wurden die Reden vom Getrommel, Pfiffen und Buh-Rufen der Gegendemonstranten. Das Antifaschistische Aktionsbündnis Stuttgart und Region hatte zuvor zu einer Kundgebung auf dem Schlossplatz eingeladen. "Für uns ist es fundamental wichtig, Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind", sagte dort Lena Schwelling, Landesvorsitzende der Grünen Jugend. Nach der Kundgebung zogen mehrere Demonstranten um den Schillerplatz. Einige hundert Polizisten riegelten den Platz ab. Am Rande kam es laut Polizeisprecher nur zu wenigen kleineren Rangeleien.

Das Kabinett hatte den Aktionsplan am vergangenen Dienstag beschlossen. Grün-Rot möchte damit Diskriminierungen gegen Homosexuelle, Transsexuelle und weitere sexuelle Orientierungen abbauen. Unter anderem ist vorgesehen, das Beratungsangebot für betroffene Jugendliche sowie die medizinisches Versorgung für Transsexuelle zu verbessern. Justiz und Polizei sollen stärker für die Belange von Menschen verschiedener sexueller Ausrichtungen sensibilisiert und Benachteiligungen in Schule und Arbeitswelt verringert werden.