Berliner Kirche plant Traugottesdienste für Schwule und Lesben

Berliner Kirche plant Traugottesdienste für Schwule und Lesben
Homosexuelle Paare sollen in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz künftig den gleichen Segen erhalten wie Ehepaare.

Die seit 2002 möglichen Segensandachten für eingetragene Lebenspartnerschaften sollen voraussichtlich im Frühjahr 2016 den klassischen Trauungsgottesdiensten für Mann und Frau gleichgestellt werden. Eine entsprechende Absichtserklärung verabschiedete die Synode zum Abschluss ihrer Frühjahrstagung am Samstag in Berlin.

Die Kirchenleitung wurde beauftragt, die kirchlichen Rechtsvorschriften entsprechend anzupassen und die notwendigen liturgischen Ordnungen und Texte zu erarbeiten. Zuvor hatten die Synodalen kontrovers über das Thema diskutiert. Kritiker der Gleichstellung argumentierten vor allem, Kirchenmitglieder in ländlichen Gegenden würden damit überfordert. In die Kirche und ihre Gemeinden werde ein Keil getrieben.

Zustimmung im Ländlichen größer als gedacht?

Die Zustimmung zu homosexuellen Lebenspartnerschaften sei in ländlichen Gegenden größer als gemeinhin behauptet, hieß es dagegen bei den Befürwortern. Viele Schwule und Lesben hätten der Landeskirche bereits den Rücken gekehrt, weil sie dort nicht die gleiche Anerkennung für ihre Lebenspartnerschaften bekommen wie Ehepaare.

Mehr zu Homosexualität
Beim Versuch, die Adventszeit zu etwas Besonderem zu machen, verlieren sich viele in Stress. Wie wir dieser Tage zu geistlicher Besinnung kommen können, verrät uns Paul Gerhardt in seinem Lied "Wie soll ich dich empfangen".
Regenbogen über einem Kirchturm
Mal darf der Gottesdienst nicht "Trauung" heißen, mal ist die Öffentlichkeit ausgeschlossen, mal ist gar nichts geregelt. Ein Überblick über die kirchlichen Heiratsmöglichkeiten für homosexuelle Paare in den Landeskirchen.

Bischof Markus Dröge betonte, nachdem seit 2002 Segensandachten möglich sind, sei es nun an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen. Dabei müssten jedoch möglichst viele Menschen mitgenommen werden.

Ziel der Änderung in Berlin ist ein ähnlich liberale Regelung, wie sie die Evangelische Kirche in Hessen-Nassau bereits beschlossen hat. Dort ist seit 2013 die Segnung eines homosexuellen Paares mit der traditionellen Trauung weitgehend gleichgestellt. Wie die kirchliche Trauung von Mann und Frau wird die Segnung einer eingetragenen Partnerschaft als Amtshandlung kirchlich beurkundet. Diese Verankerung dieser Praxis im Kirchenbuch ist bundesweit bislang einzigartig.