Bund der Vertriebenen: Völkermord an Armeniern aufarbeiten

Bernd Fabritius, Praesident des Bundes der Vertriebenen

Foto: epd-bild/Jürgen Blume

Bernd Fabritius, Präsident des Bundes der Vertriebenen

Bund der Vertriebenen: Völkermord an Armeniern aufarbeiten
Der Bund der Vertriebenen hat eine wahrheitsgemäße Aufarbeitung und Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern im Osmanischen Reich vor 100 Jahren gefordert.

"Nur dadurch kann die Erinnerung an das Schicksal und an das Leid der Opfer und Hinterbliebenen angemessen bewahrt werden", erklärte der Präsident des Verbands, Bernd Fabritius, am Dienstag in Berlin.

Da sei kein Angriff auf das Ansehen der modernen Türkei des 21. Jahrhunderts, betonte er: "Ein Staat, der auch zu den dunkelsten Seiten der eigenen Geschichte steht, zeigt Stärke und wahre Souveränität."

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Wie am Montag bekanntwurde, haben sich die Koalitionsfraktionen im Bundestag nach langer Debatte auf eine Formulierung geeinigt, die das Wort "Völkermord" ausdrücklich enthält. In einem gemeinsamen Antrag heißt es, dass das Schicksal der Armenier "beispielhaft für die Geschichte der Massenvernichtungen, der ethnischen Säuberungen, der Vertreibungen und der Völkermorde" im 20. Jahrhundert stehe. Angaben des Auswärtigen Amtes nach ist diese Formulierung mit der Bundesregierung abgestimmt.

Im April 1915 begannen im damaligen Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, Masseninhaftierungen und Zwangsdeportationen der intellektuellen, politischen und kulturellen Elite der Armenier. Diese bildeten den Auftakt für Massentötungen, denen nach Untersuchungen unabhängiger Historiker in den Jahren 1915 und 1916 mehr als eine Million Armenier zum Opfer fielen, darunter auch andere christliche Minderheiten wie Aramäer und sogenannte Pontos-Griechen. Das Deutsche Reich war dem osmanischen Verbündeten im Ersten Weltkrieg beim Genozid behilflich. Die Türkei streitet bis heute einen Völkermord ab.