Armenier-Gedenken: Koalition einigt sich auf Formulierung mit "Völkermord"

Armenier-Gedenken: Koalition einigt sich auf Formulierung mit "Völkermord"
Nach langer Diskussion um die Benennung der Verbrechen an den Armeniern vor 100 Jahren haben sich die Koalitionsfraktionen im Bundestag auf eine Formulierung geeinigt, die das Wort "Völkermord" ausdrücklich enthält.

In einem gemeinsamen Antrag heißt es, dass das Schicksal der Armenier "beispielhaft für die Geschichte der Massenvernichtungen, der ethnischen Säuberungen, der Vertreibungen und der Völkermorde" im 20. Jahrhundert stehe. Das teilte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Franz Josef Jung (CDU), am Montag in Berlin mit.

Danach heißt es weiter: "Dabei wissen wir um die Einzigartigkeit des Holocaust, für den Deutschland Schuld und Verantwortung trägt." Das Wort "Völkermord" fand sich bislang nicht in dem Antrag von Union und SPD, der als Zeichen des Erinnerns an die Verbrechen an die Armenier an diesem Freitag im Bundestag verabschiedet werden soll. Außenministeriumssprecher Martin Schäfer sagte in Berlin, die neue Formulierung sei mit der Bundesregierung abgestimmt.

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