Al-Shabaab-Islamisten drohen mit neuen Anschlägen in Kenia

Al-Shabaab-Islamisten drohen mit neuen Anschlägen in Kenia
Kenia trauert um mindestens 148 Tote, der Papst ruft die Täter zur Umkehr auf. Bei dem Angriff auf eine Universität hatten es die Islamisten auf christliche Studenten abgesehen. Nun droht Al-Shabaab mit weiteren Anschlägen.

Nach dem Massaker an einer Universität droht die islamistische Al-Shabaab-Gruppe mit weiteren Terroranschlägen in Kenia. Sollte die kenianische Regierung ihre Truppen nicht aus Somalia abziehen, werde es einen langen und blutigen Kampf geben, zitierten mehrere Medien am Samstag einen Sprecher der Terrororganisation. Kämpfer der Al-Shabaab-Miliz hatten am Donnerstag ein Universitätsgelände in der nordöstlichen Stadt Garissa gestürmt, um sich geschossen und christliche Studenten als Geiseln festgehalten. Mindestens 148 Menschen wurden getötet.

Al-Shabaab kontrolliert weite Teile Somalias und verübt immer wieder Anschläge in Kenia. Kenianische Soldaten gehen seit 2011 gegen die Islamisten im Nachbarland vor.  Am Freitag wurden nahe der Stadt Mombasa vier Personen unter dem Verdacht festgenommen, einen Anschlag auf Einkaufszentren in der Osterwoche zu planen, wie die Zeitung "The  Star" am Samstag meldete.

Gezielte Jagd auf christliche Studenten

Bei dem Überfall auf die Universität am Donnerstag machten die Terroristen gezielt Jagd auf christliche Studenten. Die ersten Opfer seien 22 Mitglieder einer christlichen Studentenvereinigung gewesen, sagte eine Augenzeugin der Zeitung "Daily Nation". Studenten hätten das islamische Glaubensbekenntnis aufsagen müssen. Wer das nicht konnte, sei erschossen worden.

Nach 15 Stunden erklärte das Innenministerium die Geiselnahme am Donnerstagabend für beendet. Unter den Opfern sind offiziellen Angaben zufolge 142 Studenten, drei Bewacher und drei Polizisten. Auch vier Angreifer seien getötet worden, hieß es. Fünf Terroristen wurden laut BBC festgenommen.

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Der Angriff auf die Universität hat in Kenia Trauer ausgelöst und weltweit für Empörung gesorgt. Papst Franziskus verurteile die Tat als Akt sinnloser Gewalt und bete "für eine Veränderung im Herzen der Täter", heißt es in einem Mitteilung des Vatikans. Das Kirchenoberhaupt rief die Kenianer demnach auf, der Gewalt entgegenzutreten und "eine Zeit der Brüderlichkeit, der Gerechtigkeit und des Friedens" anzustreben.

Für Kenia ist die Geiselnahme in Garissa der blutigste Terrorangriff seit dem Al-Kaida-Anschlag auf die US-Botschaft in der Hauptstadt Nairobi 1998, bei dem rund 200 Menschen starben. In den vergangenen Jahren verübte die Al-Shabaab-Gruppe, die sich Al-Kaida angeschlossen hat, immer wieder Anschläge in Kenia. Im September 2013 stürmten Kämpfer das "Westgate"-Einkaufszentrum in Nairobi. Damals wurden 67 Menschen getötet. Ende Februar rief Al-Shabaab auch zu Anschlägen auf  Einkaufszentren in Europa und Amerika auf.