Blockupy: Huber wünscht sich Debatte über "Gesellschaft 2030"

Wolfgang Huber

Foto: epd-bild/Rolf Zöllner

Blockupy: Huber wünscht sich Debatte über "Gesellschaft 2030"
Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, verurteilt die Ausschreitungen bei den Blockupy-Demonstrationen in Frankfurt am Main und wünscht sich stattdessen mehr Nachdenken über die Zukunft der Gesellschaft.

Angesichts der teilweise gewaltsamen Proteste der Kapitalismus-Kritiker zur Eröffnung des Neubaus der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main sagte Huber dem in Düsseldorf erscheinenden "Handelsblatt", wichtige Inhalte würden durch gewaltsame Demonstrationsstrategien überdeckt. Nötig wäre hingegen eine Debatte über die "Gesellschaft 2030". Es bräuchte eine neue Balance zwischen den Werten Solidarität, Gerechtigkeit und Eigenverantwortung, so der evangelische Sozialethiker.

Eliten in Politik, Wirtschaft und Kultur müssten zu den zentralen Werten stehen, die den Zusammenhalt der Gesellschaft verbürgen. Zuletzt sei vor allem Eigenverantwortung hochgehalten und zu oft mit bloßem Egoismus gleichgesetzt worden.

Bei Protesten gegen die Eröffnung des Neubaus der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main war es am Mittwoch teilweise zu massiven Ausschreitungen gekommen. Die Demonstranten errichteten Barrikaden und setzten sie in Brand, Autos gingen in Flammen auf, Polizisten wurden mit Steinwürfen attackiert. Zahlreiche Demonstrationsteilnehmer und Polizeibeamte wurden verletzt.

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