Kirchenpräsident Jung für raschen Ausstieg aus der Atomenergie

Atomreaktoren, Atomkraftwerk, Atomenergie

Kirchenpräsident Jung für raschen Ausstieg aus der Atomenergie
Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat sich für einen raschen Ausstieg aus der Atomenergie ausgesprochen.

"Wir halten es für unverantwortlich, Technologien zu vertrauen, bei denen geringste Fehler zu fatalen Folgen führen können", sagte Jung am Mittwochabend in Schmitten im Taunus. Damit nachfolgende Generationen sicher leben können, müssten "risikoarme, tragfähige Brücken hin zu erneuerbaren Energien" gebaut werden, sagte der Kirchenpräsident zum Auftakt einer internationalen Konferenz zu den Themen Atomausstieg und Energiewende.

Mehr zu Atomkraft
Ein Strommast in Weiden bei Köln
Im Wahlkampf sind sich (fast) alle einig: Deutschland braucht neue Stromautobahnen. Aber stimmt das überhaupt? Der Energieexperte Lorenz Jarass erklärt im Interview, dass Speicher besser sind als teure Leitungen.
In Gorleben gestarteter Kreuzweg erreicht Ziel in Erkelenz-Luetzerath
Der vor einem Monat in Gorleben gestartete "Kreuzweg für die Schöpfung" von kirchlichen Gruppen und Umweltinitiativen hat am Sonntag sein Ziel in Erkelenz-Lützerath im rheinischen Braunkohlegebiet erreicht.

Die EKHN-Synode hatte zuletzt 2011 in Weilburg einen schnelleren Ausstieg aus der Atomkraft gefordert als bis 2021, wie es die frühere rot-grüne Bundesregierung in ihrem Abkommen mit der Energiewirtschaft vorsah. Um der Gesellschaft und zukünftigen Generationen "die unerträglichen Folgen einer möglichen schweren Reaktorkatastrophe" zu ersparen, müssten mögliche höhere Kosten und ein vorübergehender Anstieg der Kohlendioxid-Emissionen in Kauf genommen werden.

Bei einer kirchlichen Tagung anlässlich des 4. Jahrestags der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima kommen bis Freitag rund 30 Experten, Journalisten und Theologen in Schmitten und Frankfurt am Main zusammen. Sie wollen sich über die Energiewende austauschen. Der Träger des Alternativen Nobelpreises, Mycle Schneider, wird an diesem Donnerstag über den Wandel von der Atomkraft zu erneuerbaren Energiequellen sprechen.