Ebola-Sonderbeauftragter Lindner plädiert für besseres Krisenmanagement

Walter Lindner, Sonderbeauftragter der Bundesregierung für den Kampf gegen die Ebola-Epidemie, spricht am 20.10.2014 beim World Health Summit in Berlin. Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft diskutieren über die globale Gesundheitsversorgung. Ein Hauptthema ist die Krankheit Ebola und mögliche Strategien gegen die Epidemie. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Ebola-Sonderbeauftragter Lindner plädiert für besseres Krisenmanagement
Vor der internationalen Ebola-Konferenz in Brüssel hat der Ebola-Sonderbeauftragte der Bundesregierung, Walter Lindner, die Staatengemeinschaft dazu aufgerufen, bei globalen Gesundheitskrisen künftig schneller zu reagieren.

"Schon jetzt müssen wir aus der Ebola-Epidemie die Lehre ziehen, dass wir auf allen Ebenen das Krisenmanagement verbessern müssen: international, regional, bei den betroffenen Staaten, aber auch bei uns", sagte Lindner der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstagsausgabe).

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Zugleich räumte Lindner ein, dass die internationale Gemeinschaft den Ausbruch der Seuche in Westafrika zunächst unterschätzt und sehr spät reagiert habe. "Alle - außer den 'Ärzten ohne Grenzen' - haben zu spät realisiert, wie ernst die Lage wirklich ist", sagte der Diplomat. Dies dürfe in Zukunft nicht wieder passieren, mahnte er.

Aktuell sehe er "Licht am Ende des Tunnels", was den Kampf gegen die Krankheit angehe, sagte Lindner. Die Zahlen der Neuinfektionen seien in der Tendenz rückläufig, doch für eine Entwarnung sei es noch zu früh. "Noch schwanken die Zahlen; es gibt Wochen mit Anstieg und mit Abfallen der Neuinfektionszahlen", betonte Lindner. "Es ist zudem entscheidend, einen guten Wechsel von der Not- zur Entwicklungshilfe hinzubekommen, um die betroffenen Länder auch langfristig zu unterstützen." Dieses Signal müsse auch von der Ebola-Konferenz am Dienstag in Brüssel ausgehen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden bis zum 22. Februar etwa 23.700 Ebola-Patienten in Westafrika registriert, mehr als 9.600 starben an der Epidemie. Die Dunkelziffer liegt nach Schätzungen jedoch weit höher. Am stärksten betroffen sind die Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea.

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