Amnesty: Tausende Menschen in Myanmar für Kupferabbau vertrieben

Amnesty: Tausende Menschen in Myanmar für Kupferabbau vertrieben
Amnesty International macht Unternehmen mit kanadischer und chinesischer Beteiligung mitverantwortlich für Vertreibungen und Umweltschäden in Myanmar.

Die Ausbeutung von Kupfervorkommen in dem südostasiatischen Land gehe mit einem brutalem Vorgehen von Polizei und Sicherheitspersonal einher, kritisierte die Menschenrechtsorganisation in einem Bericht, der am Dienstag in Bangkok veröffentlicht wurde.

"Myanmar hat reichhaltige Rohstoffvorkommen, ein schwaches Rechtssystem und eine von Militärs und speziellen Interessen dominierte Wirtschaft", erläuterte die Amnesty-Rechercheurin Meghna Abraham. Die Regierung habe Menschen vertrieben, alle Versuche friedlichen Protests niedergeschlagen und sich zudem komplett unwillig gezeigt, die beteiligten Unternehmen wie Ivanhoe Mines/Turquoise Hill Resources oder Wanbao zur Verantwortung zu ziehen.


Laut Amnesty war im Dezember bei einer Demonstration gegen die Letpadaung-Kupfermine eine Frau getötet worden, nachdem die Polizei das Feuer eröffnet hatte. Die im Bau befindliche Mine wird von einer chinesischen Firma sowie einem Unternehmen betrieben, das Myanmars Militär gehört.

Knapp zwei Jahre zuvor hätten Sicherheitskräfte dort weißen Phosphor gegen protestierende Dorfbewohner und buddhistische Mönche eingesetzt. Mehr als 100 Menschen wurden dabei verletzt, Dutzende von ihnen erlitten schwere Verbrennungen.

Ein anderer dokumentierter Fall reicht bis in die 90er Jahre zurück: Demnach habe die mit dem Militär kollaborierende kanadische Firma gewusst, dass durch ihre Investition in den Kupferabbau Tausende Menschen vertrieben worden seien.

Amnesty forderte von den Regierungen Kanadas, Chinas und Myanmars, die Menschenrechtsverletzungen zu untersuchen und zu stoppen. Zudem müsse Myanmars Regierung den betroffenen Dorfbewohnern Entschädigungen zahlen und Land für Neuansiedlungen zur Verfügung stellen. Nicht zuletzt müsse geklärt werden, ob dadurch einst vom Westen verhängte Wirtschaftssanktionen gebrochen wurden.

Vom Waffenembargo abgesehen hatte die Europäische Union nahezu alle Restriktionen gegen das südostasiatische Land im April 2012 ausgesetzt und ein Jahr darauf ganz aufgehoben. Die USA haben Mitte 2014 einige ihrer Sanktionen um ein weiteres Jahr verlängert.

 

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