Farc-Guerilla in Kolumbien verkündet Waffenstillstand

Victims of Colombian internal armed conflict in Havana

Foto: dpa/Ernesto Mastrascusa

Farc-Guerilla in Kolumbien verkündet Waffenstillstand
Die linksgerichtete kolumbianische Farc-Guerilla hat einen einseitigen Waffenstillstand verkündet.

Die Feuerpause soll am 20. Dezember um Mitternacht beginnen und von unbestimmter Dauer sein, wie die Guerilla nach einem Bericht der Tageszeitung "El Tiempo" am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte. Der Waffenstillstand werde nur beendet, wen es zu Angriffen auf die Rebellen komme. Die Farc erklärte, sie wolle das unnötige Blutvergießen beenden und das zerrissene Land wieder zusammenführen.


Die Farc verkündete die Feuerpause am Rande der Friedensverhandlungen in Havanna, unmittelbar nach Bekanntgabe des diplomatischen Neustarts zwischen den USA und Kuba. Die letzte Verhandlungsrunde in diesem Jahr endete am Mittwoch. Bei den Themen Landkonflikte, Drogenhandel und Eingliederung von Ex-Kämpfern ins Zivilleben wurde bereits eine Einigung erzielt. Nun wird über eine Entschädigung der Opfer des Konflikts verhandelt. In Kolumbien herrscht seit mehr als 50 Jahren Bürgerkrieg, der schon rund 220.000 Menschen das Leben gekostet hat, mehrere Millionen wurden vertrieben. Im kommenden Jahr wollen beide Seiten einen Friedensvertrag abschließen.

Zuvor hatte Kolumbiens Staatspräsident Juan Manuel Santos die Guerilla zu konkreten Maßnahmen für eine Deeskalation des Konfliktes aufgefordert. Erst jüngst waren die Friedensverhandlungen in eine ernsthafte Krise geraten. Santos hatte die Gespräche nach der Entführung des kolumbianischen Generals Rubén Darío Alzate ausgesetzt. Der hochrangige Offizier hatte sich in zivil und unbewaffnet in eine von den Rebellen kontrollierte Ortschaft im westkolumbianischen Department Chocó begeben. Nach Vermittlungen von Norwegen und Kuba wurde Alzate Anfang Dezember freigelassen.

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