"Fliegende Intensivstation" für Ebola-Patienten steht bereit

Evakuierungsflugzeug "Robert Koch"

Foto: dpa/Maurizio Gambarini

Plastikzelte dichten im Inneren des Evakuierungsflugzeuges "Robert Koch" die Isolationseinheit von der Umgebung ab.

"Fliegende Intensivstation" für Ebola-Patienten steht bereit
Sollten Deutsche in Westafrika an Ebola erkranken, können sie von der "Robert Koch" nach Hause geholt werden: Das Evakuierungsflugzeug mit Sonderisoliereinheit, das die Bundesregierung am Donnerstag vorstellte, ermöglicht Behandlung schon beim Flug.

Deutschland steht seit Donnerstag ein eigenes Flugzeug für den Transport und die Behandlung von Ebola-Patienten zur Verfügung. Die Maschine sei eine fliegende Intensivstation, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) am Flughafen Tegel in Berlin. Patienten könnten bereits auf dem Flug nach Hause behandelt werden. Die speziell ausgestattete Maschine bietet den Angaben zufolge eine weltweit einzigartige Lufttransportmöglichkeit, die dem Schutzkonzept einer deutschen Sonderisolierstation entspricht.

Freiwillige aus Deutschland, die in den afrikanischen Ebola-Gebieten helfen, könnten sich nun sicher sein, "dass alles Menschenmögliche für eine medizinische Behandlung" getan werde, betonte Gröhe. Das Flugzeug soll in erster Linie deutschen, aber auch internationalen Helfern im Ernstfall zur Verfügung stehen. "Wir hoffen, dass es nie eingesetzt werden muss", sagte Gröhe, der von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) begleitet wurde.

Der auf den Namen "Robert Koch" getaufte Airbus A340 war zuletzt als Passagiermaschine bei der Fluggesellschaft Lufthansa im Einsatz. Der Flieger wurde komplett umgebaut. Im Inneren befindet sich nun eine luftdicht abgeschlossene Krankenstation. Die Maschine wird von der Lufthansa zunächst für eine halbes Jahr bereitgestellt.

Mehr als 700 Piloten und Flugbegleiter haben sich laut Lufthansa bereiterklärt, mögliche Hilfsflüge "auf freiwilliger Basis" zu begleiten. An Bord ist neben der Crew Platz für 19 Personen wie Ärzte und Techniker. Derzeit befinden sich nach Angaben des Ebola-Beauftragten der Bundesregierung, Walter Lindner, 50 deutsche Helfer von Bundeswehr, Deutschem Roten Kreuz und Technischem Hilfswerk in Afrika im Einsatz.

Erste Tests eines Ebola-Impfstoffs in den USA verliefen unterdessen vielversprechend: Alle 20 Testpersonen entwickelten den US-Gesundheitsbehörden zufolge Antikörper gegen die tödliche Infektionskrankheit, bei niemandem zeigten sich größere Nebenwirkungen. Nach diesen positiven Ergebnissen werde der Plan, den Impfstoff beschleunigt in großem Stil auf seine Wirksamkeit zu testen, weiter vorangetrieben, kündigte Anthony Fauci vom US-Gesundheitsforschungszentrum NIH am Mittwoch (Ortszeit) an.

Der experimentelle Impfstoff, den das NIH-Institut für Allergologie und Infektionskrankheiten und das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline entwickelten, wurde in Bethesda in Maryland an gesunden Erwachsenen erprobt. Dabei ging es zunächst um die Sicherheit des Präparats. Genetisches Material des Ebola-Virus wird hierbei auf einem Trägervirus transportiert, das bei Schimpansen Erkältungen hervorruft, aber für Menschen harmlos ist. Eine Ebola-Erkrankung aufgrund der Impfung ist den Experten zufolge ausgeschlossen.

Tests laufen derzeit auch mit einem zweiten experimentellen Impfstoff, der in Kanada entwickelt wurde. Beteiligt sind auch deutsche Forscher, unter anderem das Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf mit Tests an 30 gesunden Probanden.

Die Zahl der registrierten Ebola-Fälle stieg nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation inzwischen auf 15.935. Davon verliefen 5.689 tödlich. In den drei westafrikanischen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea erhöhte sich die Zahl der Infektionen in der vergangenen Woche um 600.

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