Militär stimmt zivilem Übergang in Burkina Faso zu

Militär stimmt zivilem Übergang in Burkina Faso zu
Zunächst soll eine zivile Wahlkommission einen Übergangspräsidenten wählen. Bevor es zu Neuwahlen kommt, soll zudem ein Übergangsparlament bestimmt werden.

Burkina Fasos Militärmachthaber haben der Bildung einer zivilen Übergangsregierung zugestimmt. Bei einem Treffen mit Vertretern aus Opposition und Zivilgesellschaft verständigten sie sich am späten Donnerstagabend auf die Bildung einer Wahlkommission, die einen Zivilisten zum Übergangspräsidenten wählen soll. Dieser soll einen Premierminister ernennen, der seinerseits die Regierung bildet. Bis zu Neuwahlen soll zudem ein Übergangsparlament bestimmt werden, das aus 90 Mitgliedern besteht.

An der Wahl des Präsidenten sollen Vertreter aus Politik, Religion, Militär und Zivilgesellschaft sowie traditionelle Führungspersönlichkeiten beteiligt werden. Teilnehmer des Treffens von insgesamt 80 Personen sagten, Militärmachthaber Isaac Zida habe zugesichert, den Übergangsplan in den kommenden Tagen umzusetzen. Die Afrikanische Union hatte ihm eine Frist bis kommenden Montag gesetzt, um die Macht an eine zivile Regierung abzugeben. Die Übergansphase soll nach jüngsten Plänen ein Jahr dauern und mit Neuwahlen im November 2015 enden.

Der Präsident des westafrikanischen Landes, Blaise Compaoré, hatte vor zwei Wochen nach 27 Jahren an der Macht seinen Rücktritt erklärt und war in die Elfenbeinküste geflohen. Dem waren massive Proteste gegen eine geplante Verlängerung seiner Amtszeit vorausgegangen. Zida hatte einen Tag nach Compaorés Flucht die Macht übernommen. Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder Afrikas. Seit seiner Unabhängigkeit von Frankreich 1960 hat es sieben Militärputsche erlebt.

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