SPD-Politikerin Kofler für gesetzliche Mindeststandards in Textilbranche

SPD-Politikerin Kofler für gesetzliche Mindeststandards in Textilbranche
Die entwicklungspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Bärbel Kofler, fordert gesetzliche Sozialstandards in der Textilbranche.

"Wenn es Unternehmen nicht gelingt, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, muss der Gesetzgeber handeln", sagte Kofler dem Evangelischen Pressedienst (epd).


Kofler äußerte sich anlässlich der Gründung eines Textilbündnisses von Unternehmen, Gewerkschaften und Unterstützerorganisationen. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) wollte am Donnerstag den Startschuss für die Initiative geben. Demnach verpflichten sich die Mitgliedsfirmen freiwillig für bessere Arbeitsbedingungen in Produktionsländern wie Bangladesch, Kambodscha oder Pakistan zu sorgen.

"Eine freiwillige Verpflichtung wird nicht ausreichen", sagte Kofler. "Es geht hier um Menschenleben." Spätestens der Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch hätte gezeigt, dass gesetzliche Vorgaben nötig seien. Bei Verstößen und einer Mitschuld der Unternehmen an den katastrophalen Arbeitsbedingungen müssten Geldstrafen oder andere Sanktionen folgen.

Auf Unverständnis stößt bei Kofler zudem der Widerstand einiger Unternehmen und Verbände gegen das Textilbündnis. Der Gesamtverband der deutschen Textil-und Modeindustrie hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, sich nicht an der Initiative beteiligen zu wollen. "Dies ist ein weiteres Zeichen dafür, dass verbindliche Vorgaben nötig sind", sagte Kofler. Sie forderte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) auf, sich für ein Gesetz stark zu machen. Kofler geht davon aus, dass die SPD-Fraktion einen solchen Vorstoß mittragen würde.

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