Bis zu 12.000 Kurden zu Demonstration in Düsseldorf erwartet

Bis zu 12.000 Kurden zu Demonstration in Düsseldorf erwartet
Tausende Kurden wollen am Samstag in Düsseldorf ihre Solidarität mit den Menschen im umkämpften Kobane bekunden. Nachdem es zuvor Ausschreitungen in Hamburg gab, mahnen Islamverbände, Politiker und Polizei friedliche Proteste an.

Zu einer Großdemonstration gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) werden am Samstag in Düsseldorf bis zu 12.000 Kurden erwartet. Teilnehmer aus ganz Deutschland wollten gegen den Terror der Miliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien und im Irak protestieren, erklärte der Veranstalter, das Demokratische Gesellschaftszentrum der Kurden in Deutschland. Nachdem es in den vergangenen Tagen bei Demonstrationen teils zu Gewalt gekommen war, riefen NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) und Polizeivertreter zu friedlichen Protesten auf. Der Zentralrat der Muslime appellierte an Gläubige, sich nicht von Extremisten provozieren zu lassen.

Wie die Veranstalter erklärten, wollen die Demonstranten in Düsseldorf ihre Solidarität mit den Menschen in der umkämpften Stadt nordsyrischen Kobane ausdrücken. Sie befürchten ein Massaker an der kurdischen Bevölkerung. Die Gesellschaft für bedrohte Völker unterstützt die Veranstaltung, an der sich nach ihren Angaben auch Aleviten, Jesiden, Armenier und Assyrer beteiligen wollen. In Kobane werde unter den Augen des türkischen Militärs ein Vernichtungskrieg geführt, erklärte die Gesellschaft am Freitag in Göttingen. Die Menschen in Kobane würden ohne Unterstützung entweder an Hunger und Durst sterben oder von den IS-Kämpfern umgebracht.

Politiker und Polizeivertreter appellierten vor der Großdemonstration an die Teilnehmer, friedlich zu bleiben. In der Nacht zu Mittwoch war es in Hamburg bei einer Demonstration von Kurden vor einer Moschee zu Gewalt gekommen. Dabei attackierten sich Kurden und mutmaßliche Salafisten. In Celle kam es zu Ausschreitungen zwischen Jesiden und Muslimen.

"Lasst euch nicht provozieren"

"Gewalt auf deutschen Straßen hilft den Kriegsopfern nicht", sagte Innenminister Jäger "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe). Der Düsseldorfer Polizeipräsident Norbert Wesseler warnte, dass die Stimmung insbesondere bei den jungen Kurden "stark emotionalisiert" sei.

Unterdessen rief der Zentralrat der Muslime in Deutschland Gläubige zu Gelassenheit bei Demonstrationen vor Moscheen auf. "Lasst euch nicht provozieren, seid besonnen und macht vor allem keine Gegendemonstrationen auf", erklärte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, in einem Appell zum Freitagsgebet. Die Radikalen, die versuchten, die Kriege und den Hass nach Deutschland zu transportieren, dürften nicht siegen. Als Beispiele nannte Mazyek Neosalafisten und die kurdische Arbeiterpartei PKK.

Der CDU-Politiker Thomas Strobl forderte als Reaktion auf die Ausschreitungen bei Demonstrationen härtere Strafen bei Gewalt gegen Polizisten. Das Strafrecht müsse geändert werden, um Angriffe auf Sicherheitskräfte schärfer ahnden zu können, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Bundestags-Unionsfraktion der "Rheinischen Post". Deutschland müsse sich dagegen wehren, dass religiös motivierte Konflikte aus dem Nahen Osten hier ausgetragen würden.

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