Diakonie beschließt Leitlinien gegen Gewalt

Diakonie beschließt Leitlinien gegen Gewalt
"Wir sind sensibel für jegliche Form von Gewalt" oder "Wir schauen hin und greifen ein" lauten zwei der zehn Richtlinien. Sie sind eine Reaktion auf Gewalt gegen Behinderte in diakonischen Einrichtungen nach dem Krieg.

Als Reaktion auf die körperliche und seelische Gewalt gegen behinderte Menschen in ihren Heimen in der Nachkriegszeit hat die Diakonie Neuendettelsau jetzt ethische Leitlinien beschlossen. Rektor Hermann Schoenauer sagte am Mittwoch, auch heute sei man vor Gewalt in Einrichtungen nicht gefeit. Anlass für die Leitlinien ist ein ebenfalls am Mittwoch vorgestelltes Buch, in dem die Zustände und Erziehungsmethoden in den Diakonie-Heimen für behinderte Menschen von den Nachkriegsjahren bis heute geschildert werden.

Jürgen Zenker, Abteilungsleiter für die Dienste und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung bei der Diakonie Neuendettelsau, unterstrich: "Wir wollen nicht bei der Erforschung unserer Vergangenheit stehenbleiben, sondern stellen uns die Frage, wie wir mit dem neuen Wissen in Gegenwart und Zukunft umgehen." Die Richtlinien, die aus zehn Punkte bestehen, hätten einen appellativen Charakter. Sie lauten zum Beispiel: "Wir sind sensibel für jegliche Form von Gewalt" oder "Wir schauen hin und greifen ein".

Die Trierer Politikwissenschaftlerin Ulrike Winkler und der Bielefelder Geschichtsprofessor Hans-Walter Schmuhl hatten 2012 von der Diakonie Neuendettelsau den Auftrag erhalten, die Erziehungsmethoden und Lebensumstände in den Behinderteneinrichtungen des Sozialwerks zu untersuchen. Das Ergebnis ihrer Recherchen liegt nun als Buch vor.

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