Erzbischof zweifelt manchmal an Existenz Gottes

Erzbischof zweifelt manchmal an Existenz Gottes
Mit ungewöhnlichen Tönen sorgt der anglikanische Erzbischof von Canterbury für Aufsehen - und das nicht zum ersten Mal.

Der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, hat mit seinem Geständnis, dass selbst er manchmal an der Existenz Gottes zweifele, für Wirbel gesorgt. In einem öffentlichen Gespräch in der Kathedrale von Bristol sagte Welby laut Medienberichten, als er kürzlich mit seinem Hund joggen war, habe er sich gefragt, warum der Allmächtige nicht einschreite, um Ungerechtigkeit zu verhindern.

In dem Interview, das auch bei YouTube zu sehen ist, sagte das Oberhaupt der Kirche von England: "Es gibt sicher Momente, wo man denkt 'Gibt es einen Gott? Wo ist Gott?'" Dann fügte er hinzu, als Oberhaupt der 80 Millionen zählenden Gemeinschaft der Anglikaner sei das «vielleicht nicht das, was der Erzbischof von Canterbury sagen sollte». Später ergänzte Welby, er sei sich sicher, dass es Jesus gibt. "Wir kennen Jesus, wir können nicht alle Fragen der Welt erklären, wir können Leid nicht erklären, wir können viele Dinge nicht erklären, aber wir kennen Jesus", sagte der Erzbischof. Auf die Frage, was er denn tue, wenn er Probleme im Leben habe, sagte Welby: "Ich mache einfach weiter und bitte Jesus, mir zu helfen und mich wieder aufzurichten."

Es ist nicht das erste Mal, dass Welby seit seiner Amtseinführung 2013 mit ehrlichen Aussagen für Aufsehen sorgt. So hatte er sich bereits zu Beginn seiner Amtszeit mit britischen Großbanken angelegt und Unternehmen, die Wucherkredite anbieten, den Kampf angesagt. Er sprach in mehreren Interviews auch offen über den Tod seiner Tochter, die Anfang der 80er Jahre im Alter von sieben Monaten bei einem Autounfall ums Leben kam, und wie schwer es damals für ihn und seine Frau war, diesen Tod zu überwinden. Dabei bekannte er immer wieder, dass die Erfahrung ihn näher zu Gott gebracht habe.

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