Evangelische Pfarrer diskutieren über Zukunft ihres Berufs

Viele Pfarrer leiden unter Burn-out

Foto: epd-bild / Jens Schulze

Evangelische Pfarrer diskutieren über Zukunft ihres Berufs
Zum Deutschen Pfarrertag in Worms kommen ab dem 22. September mehr als 300 Geistliche zusammmen. Neben dem zunehmenden Pfarrermangel wollen sie vor allem über Kirchenfusionen, Militäreinsätze der Bundeswehr und ökologische Themen debattieren.

Mehr als 300 evangelische Pfarrer aus dem ganzen Bundesgebiet treffen sich in der kommenden Woche in Worms zum 73. Deutschen Pfarrertag. Der alle zwei Jahre veranstaltete Kongress steht 2014 unter dem Motto "Manchmal musst Du Nein sagen!". Bei dem Treffen vom 22. bis zum 24. September werde es darum gehen, wie Pfarrer künftig noch den wachsenden Anforderungen an ihren Beruf nachkommen könnten, sagte der Verbandsvorsitzende Andreas Kahnt am Dienstag in Worms.

"Was uns heute in besonderer Weise herausfordert, sind die unaufhörlichen Kirchen- und Strukturreformen", kritisierte der niedersächsische Pastor Kahnt. Der zunehmende Pfarrermangel führe dazu, dass seine Berufskollegen immer mehr zusätzliche Aufgaben zu schultern hätten. Auch seien es in der Regel die Pfarrer in den Gemeinden vor Ort, die umstrittene Kirchenfusionen und unpopuläre Änderungen der Gemeindegrenzen gegenüber den Gemeindemitgliedern vertreten müssten.

Weitere Themen der dreitägigen Konferenz sind das Berufsethos von Pfarrern und die Bedeutung ökologischer Erkenntnisse für das kirchliche Leben. Für aktuellen Gesprächsstoff werde auch die Debatte um ein Militärengagement gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" sorgen, kündigte Kahnt an. Als Gastreferent bei dem Treffen wird der CDU-Sozialpolitiker Heiner Geißler erwartet.

In der Bundesrepublik gibt es zurzeit rund 24.000 evangelische Pfarrer, von denen etwa 21.000 über die Pfarrervereine der jeweiligen Landeskirchen im deutschen Pfarrerverband organisiert sind. Der letzte Deutsche Pfarrerinnen- und Pfarrertag fand 2012 in Hannover statt. Das rheinland-pfälzische Worms ist für Protestanten ein Ort von historischer Bedeutung: Auf dem Wormser Reichstag hatte sich Martin Luther 1521 geweigert, seine Wittenberger Thesen zu widerrufen. Der Versuch, die Reformation im Keim zu ersticken, war somit misslungen.

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