Friedenspreisträgerin: Kauf von Sex unter Strafe stellen

Friedenspreisträgerin: Kauf von Sex unter Strafe stellen
Die Augsburger Friedenspreisträgerin Lea Ackermann (77) fordert, den Kauf von Sex in Deutschland unter Strafe zu stellen. "Sich Sex kaufen zu können bedeutet, seine Macht dort zu missbrauchen, wo Frauen und Kinder am verletzlichsten sind", sagte die Frauenrechtlerin am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Seit Einführung des Prostitutionsgesetzes 2002 habe das Problem der Zwangsprostitution und des Menschenhandels in Deutschland zugenommen, unterstrich Ackermann: "Mit dem Gesetz wollte man die Frauen schützen, geholfen hat man damit jedoch nur den Bordellbesitzern."

Die katholische Ordensschwester ist Gründerin und Vorsitzende der Frauenhilfsorganisation "Solwodi", die zusammen mit ihr in diesem Jahr den Augsburger Friedenspreis erhielt. Die Jury würdigte Ackermann als "unermüdliche Kämpferin, die sich für die Menschenwürde und gegen sexuelle Ausbeutung und Entwürdigung von Frauen und Mädchen einsetzt".

Der mit 12.500 Euro dotierte Preis wird seit 1985 alle drei Jahre verliehen an Persönlichkeiten, "die sich um ein tolerantes und friedfertiges Miteinander der Kulturen und Religionen verdient gemacht haben".

Von der Verleihung des Preises erhofft sich Ackermann unter anderem einen größeren Bekanntheitsgrad für die Frauenhilfsorganisation: "Viele Leute werden Solwodi über diesen Preis neu kennenlernen. Das schafft Vertrauen und hilft uns." Auch deshalb habe sie sich über die Auszeichnung "unheimlich gefreut".

Das Bewusstsein für die Themen Zwangsprostitution und Menschenhandel sei in den vergangenen Jahren gestiegen, sagte Ackermann. "Als ich 1985 mit Solwodi begonnen habe, hat man darüber kaum gesprochen", erklärte die Ordensfrau. "Heute passiert das viel öfter. Es ist aber auch ein größerer Bedarf da, weil die Probleme zugenommen haben."