Zeitung: Papst erwägt Solidaritätsbesuch im Nahen Osten

Zeitung: Papst erwägt Solidaritätsbesuch im Nahen Osten
Papst Franziskus erwägt offenbar einen Solidaritätsbesuch in der Nahost-Krisenregion.

Der Papst habe auf einen Vorschlag für eine hochrangig besetzte ökumenische Delegation in Nahost- und Krisenregionen zustimmend reagiert, sagte der Menschenrechtsbotschafter der Weltweiten Evangelischen Allianz, Thomas Schirrmacher, dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstagsausgabe). Der Papst habe nach eigenen Worten diese Idee wohlwollend prüfen wollen, erklärte Schirrmacher nach einem Gespräch mit Franziskus, das Mitte Juli stattfand.


Zu einer möglichen Reise in die Region habe Franziskus erklärt, er müsse zuvor sicher sein, dass ein solcher Besuch von allen christlichen Kirchen in der Region gewünscht und nicht als Akt katholischer Dominanz oder Geltungssucht verstanden werde. Zur aktuellen Verfolgung im Irak sagte Schirrmacher: "Es leiden nicht allein die Christen, sondern auch andere religiöse Minderheiten, ja alle, die nicht hundertprozentig auf der Linie der IS-Fanatiker liegen". Dreckig gehe es allen, aber den Christen gehe es "doppelt dreckig."Schirrmacher ist Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit mit Sitz in Bonn, Kapstadt und Colombo.

Die islamische Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) hatte Anfang Juni die nordirakische Stadt Mossul eingenommen. Medienberichten zufolge stellten die Extremisten den in der Stadt lebenden Christen ein Ultimatum, das am vergangenen Wochenende ausgelaufen war. Die Gläubigen sollten zum Islam übertreten oder eine Sondersteuer zahlen, andernfalls würden sie ermordet. Seither sind nahezu alle Christen aus Mossul geflohen.

Papst Franziskus hat die Konfliktparteien in Nahost immer wieder eindringlich zum Frieden aufgerufen. Im Mai hatte Franziskus Israel und die pälästinensischen Gebiete besucht. Dabei war er auch mit den beiden Präsidenten, den Israeli Schimon Peres und den Palästinenser Mahmud Abbas, zusammengetroffen und hatte beide zum gemeinsamen Gebet nach Rom eingeladen.

Meldungen

Top Meldung
 Theologin Margot Käßmann (Archivbild)
Die Theologin Margot Käßmann rät Eltern davon ab, ihre Kinder zu tracken. Anstatt die eigenen Kinder zu überwachen, sollten Eltern ihnen vertrauen, schrieb die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in der "Bild am Sonntag".