Caritas: Personalmangel bedroht Qualität der sozialen Arbeit

Caritas: Personalmangel bedroht Qualität der sozialen Arbeit
Die Caritas sieht den aufziehenden Fachkräftemangel als große Gefahr für die Qualität ihrer sozialen Arbeit.

Das Fehlen von Personal sei in "einigen Bereichen bereits deutlich spürbar, in anderen lässt es sich erahnen", sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln, Helmut Loggen, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Am deutlichsten werde das Problem in der Pflege sowie in der Kinder- und Jugendhilfe. Immer öfter finde sich auf Stellenausschreibungen kein einziger Bewerber.


Bereits heute hätten "einige Einrichtungen Schwierigkeiten, gesetzlich vorgeschriebene Fachkraftquoten zu erfüllen". Doch während Fachkräfte meist noch mit vertretbarem Aufwand gefunden werden könnten, sei die Suche nach Führungskräften in der Sozialbranche "zeitaufwendig, teuer und nicht immer von Erfolg gekrönt", berichtete der Direktor. Besonders schwierig sei die Suche nach Leitungskräften in der ambulanten Pflege sowie in der Kinder- und Jugendhilfe.

Sein Verband hat zwischen 2010 und 2012 in einer Studie die Gründe für den Fach- und Führungskräftemangel untersuchen lassen. Eine der zentralen Erkenntnisse: Die Bereitschaft, eine Führungsposition zu übernehmen, ist bei vorhandenen Mitarbeitern geringer als bei potenziellen Beschäftigten, die noch in der Ausbildung sind. "Eine mangelnde Führungsbereitschaft wird nicht mitgebracht, sondern im Berufsleben erworben", betonte Loggen. Deshalb sei es erforderlich, Führungspositionen attraktiver zu machen, etwa durch spezifische Fortbildungen oder Mentoring-Programme.

Er rief die Leitungen der Caritas-Einrichtungen auf, potenzielle Nachwuchskräfte so früh wie möglich anzusprechen, also noch vor dem Ende ihrer Ausbildung. Und: "Wir empfehlen den Auftritt auf Berufswahlmessen sowie Kooperationen mit Hochschulen."

Dem immer wieder geforderten Einsatz von mehr ehrenamtlichen Helfern erteilte Loggen eine deutliche Absage: "Generell kann die Arbeit in der Pflege oder in anderen Bereichen nicht in erster Linie von Ehrenamtlern übernommen werden. Das verbietet sich schon aus fachlichen Gründen." Außerdem halte die Caritas nichts davon, Ehrenamtliche als "Lückenbüßer" auszunutzen: "Professionelle Arbeit muss angemessen bezahlt werden."