Welthungerhilfe will Katastrophen-Frühwarnsystem

Welthungerhilfe will Katastrophen-Frühwarnsystem
Die Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, hat heute ein internationales Frühwarnsystem für Katastrophen wie die Dürre am Horn von Afrika gefordert.

In den somalischen Flüchtlingslagern bei der kenianischen Ortschaft Dadaab habe man die tatsächliche Dimension der Katastrophe erst spät erkannt, sagte Dieckmann. Hier seien die Informationen über die ersten Anzeichen "nicht wirklich gebündelt worden. Da sind wohl die Regierungen gefragt."

Im Übrigen müsse man sich jetzt schon Gedanken machen, was geschehen solle, wenn die Straßen in die Flüchtlingslager in der Regenzeit im Oktober zwei Wochen lang nicht zu befahren seien, sagte Dieckmann, die mit Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) in die Dürre-Gebiete in Kenia gereist war. Die Hilfsorganisationen müssten auch besser absprechen, wo man die Lebensmittel für die Flüchtlinge kaufe.

Die Flüchtlingsprobleme in Kenia erfordern eine politische Lösung

Im Fall von Dadaab könne nicht in der Region selbst eingekauft werden, wie dies zur Förderung der dortigen Landwirtschaft sonst üblich sei. Bei einer Katastrophe dieses Ausmaßes müsse man weite Wege gehen, um Nahrungsmittel zu beschaffen. Kenia habe wohl in anderen Landesteilen einen Lebensmittelüberschuss, aber es fehle an Transportmitteln.

Nach den Worten Dieckmanns kann nur eine politische Lösung in Somalia die Flüchtlingsprobleme in Kenia lösen. Ihr sei auch "noch nicht ganz klar geworden, was man in der Region mittel- und langfristig machen kann". Sie sehe jedenfalls nicht, dass unter diesen Umständen dort irgendwann mal Landwirtschaft betrieben werden könne. Es gelte also, die Möglichkeit zu schaffen, dass die Somalis irgendwann einmal nach Hause können.

Vorhandes Wissen soll gemeinsam genutzt werden

In der Entwicklungshilfe müsse man dazu übergehen, dass Nicht-Regierungsorganisationen und Entwicklungsministerium Hilfsmodelle in einer Art Speicher zugängig machten. Das Entwicklungsministerium könnte eine Sammelstelle dafür sein. Diesen Austausch "machen wir noch nicht systematisch genug", sagte Dieckmann. Es gehe darum, "gemeinsames Wissen" überall abrufen zu können.

dpa