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Das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos

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Das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos
29.08.2019
Silas Zindel/GAIN Schweiz (Fotos), Andrea Wegener (Text)
evangelisch.de
Rettungswesten-Friedhof

© Silas Zindel/GAIN Schweiz

Rettungswesten-Friedhof

© Silas Zindel/GAIN Schweiz

Der "Friedhof für Rettungswesten" im Norden der Insel ist Symbol für die vielen tausend Menschen aus rund 60 Ländern, die auf Lesbos und damit in Europa angekommen sind.

Olivenhain

© Silas Zindel/GAIN Schweiz

Das eigentliche Campgelände umfasst nur 4,2 Hektar, wovon ein gutes Drittel fürs campeigene Gefängnis und Räumlichkeiten des Militärs wegfallen. Deswegen wohnen Tausende in Olivenhainen außerhalb des Lagers.

Kinder in Moria

© Silas Zindel/GAIN Schweiz

Gut ein Drittel der Moria-Bewohner sind Kinder. Es gibt keine Kapazitäten sie alle zubetreuen oder gar beschulen zu können.

Dixie-Klos im Camp

© Silas Zindel/GAIN Schweiz

Auf 75 Bewohner kommt eine Toilette, auf etwa 200 eine Dusche. Dass sie es kaum schaffen, sich selbst und ihre Kleidung einigermaßen sauber zu halten, ist für viele Geflüchtete eine große Belastung.

Selbstgebaute Behausungen aus Planen

© Silas Zindel/GAIN Schweiz

Selbstgebaute Behausungen aus Planen, Decken und Holzplanken sind in Moria als "Strukturen" bekannt. Offiziell müssten die Leute in Containern und Zelten untergebracht werden, das Camp-Management drückt aber ein Auge zu, solange die Erbauer in ihren Strukturen selbst wohnen.

Lange Warteschlangen an der Essensausgabe

© Silas Zindel/GAIN Schweiz

Bis zu drei Stunden am Tag stehen die Menschen für's Essen an - dreimal täglich. Manchmal reicht das Essen auch nicht für alle. Kein Wunder, dass die Essensausgabe der Ort ist, an dem es am ehesten zu Auseinandersetzungen und Aufständen kommt.

Wäsche qauf der Leine

© Silas Zindel/GAIN Schweiz

Wäsche wird mit der Hand gewaschen und draußen aufgehängt. Wäsche zu trocknen war im Winter wegen des vielen Regens nicht möglich.

Menschen sammeln Brennholz

© Silas Zindel/GAIN Schweiz

Die Menschen brauchen Brennholz zum Brotbacken und im Winter zum Heizen. In der Vergangenheit sind einige Menschen durch Feuer gestorben.

Zelt an Zelt und keine Privatsphäre

© Silas Zindel/GAIN Schweiz

Der Versuch einiger Camp-Bewohner, ein kleines Grundstück für sich abzutrennen, ist zum Scheitern verurteilt: Wenn es voller wird, werden in diesem Vorgarten Zelte aufgestellt.

Stacheldraht erinnert daran, dass Moria Militärgelände ist

© Silas Zindel/GAIN Schweiz

Der Hotspot Moria war früher ein Militärgefängnis und sieht auch noch danach aus. Die Bewohner können jedoch das Camp - aber nicht die Insel - verlassen.

Die Helferin Andrea Wegener schildert Ihre Eindrücke zu Fotos aus dem Flüchtlingslager Moria, die nur mit Genehmigung gemacht werden durften. Wenige Kilometer von Mytilene entfernt, der Hauptstadt von Lesbos, liegt "Camp" Moria. Der Begriff "Camp" oder "Lager" ist übrigens nicht korrekt: Eigentlich ist Moria ein "Hotspot" und als kurze Zwischenstation für Geflüchtete gedacht. Vorgesehen war Moria für etwa 2.500 Menschen.

Seit dem Türkei-Abkommen 2016 dient die unebene, nur etwas mehr als vier Hektar große Fläche als inhumaner Warteraum für bis zu 10.000 Männer, Frauen und Kinder (Stand August 2019) aus rund sechzig ethnischen Gruppen. Die bedrückende Enge, mangelnde Hygiene, latente Gewalt und die zermürbende Perspektivosigkeit sorgen dafür, dass ein großer Teil der Bewohner spätestens hier traumatisiert wird.

 

 

Silas Zindel/GAIN Schweiz (Fotos), Andrea Wegener (Text)