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Partywissen zu Martin Luther

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Partywissen zu Martin Luther
Luther hat seine 95 Thesen niemals an eine Tür genagelt.

Foto: inkje / photocase.de

Luther hat seine 95 Thesen niemals an eine Tür genagelt.

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Stattdessen veröffentlichte er seine Thesen, indem er den "Dienstweg" einhielt und sie seinem Dekan an der Universität vorlegte. Dann wurden sie gedruckt und an die Studenten verteilt. Wer auf Parties richtig beeindrucken will, könnte allerdings den ersten Satz zitieren: "Als unser Herr und Meister Jesus Christus sagte: 'Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen', wollte er, dass das ganze Leben der Glaubenden Buße sei."

Luther hat nicht mit einem Tintenfass nach dem Teufel geworfen

Foto: sally2001 / photocase.de

Mittlerweile pfeifen es die Spatzen von den Dächern der Wartburg, dass das eine Legende ist. Spannend aber ist, dass Luther sich einmal erstaunt darüber äußerte, wie groß die Wirkung seiner Schriften war. Es sei, als ob er "den Teufel mit Tinte vertrieben" hätte.

Luther sagte nicht: "Hier stehe ich und kann nicht anders."

Foto: johny schorle / Photocase

Das wissen mittlerweile viele. Aber es lohnt sich für Partys zu wissen, was Luther tatsächlich vor dem Reichstag zu Worms sagte: "Ich kann und will nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!"

Luther predigte nicht beim Essen

Foto: daaarta / Photocase

Viele haben schon von den sogenannten Tischreden Luthers gehört. Man sollte sich allerdings unbedingt klar machen, dass das keine "Live-Mitschriften" dessen sind, was Luther beim Essen predigte. Vielmehr sind es stark überarbeitete Sammlungen von dem, was er im Alltag so von sich gab.

Luther war abergläubisch

Foto: kaz68 / photocase.de

Erstaunlich für einen so frommen Menschen, oder? Aber man bedenke: Luther war ein Kind des ausgehenden Mittelalters. Darum war er auch entsprechend abergläubisch. Geister und Hexen gehörten selbstverständlich in sein Weltbild. Allerdings hatte Luther ein schlechtes Gewissen, wenn er zu abergläubisch wurde.

Luther und seine Frau hatten keine Zuschauer beim Sex

Foto: nkje / photocase.de

Es hat ihnen niemand wirklich zugeschaut in der Hochzeitsnacht. Aber dennoch gab es mindestens zwei Menschen, die bezeugen mussten, dass Katharina und Martin miteinander ins Ehebett stiegen. Erst dadurch wurde die Ehe nach mittelalterlichem Recht gültig.

Luther sagte nie "Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge ..."

Foto: Hans-Jörg Nisch/photocase

... würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen!" Zumindest gibt es keine einzige Quelle, die das belegen würde. Diese Haltung entspricht ihm übrigens auch gar nicht. Es ist wesentlich wahrscheinlicher, dass Luther den Satz beendet hätte mit "... würde ich beten und flehen, dass Gott mir meine Sünden vergeben möge."

Luthers wichtigste Erkenntnisse kamen ihm nicht auf dem Klo

Foto: Flügelwesen / Photocase

Man fragt sich, wie man auf diese Idee kommt. Aber das Gerücht hält sich tatsächlich hartnäckig. Luther verbrachte in der Tat viel Zeit auf der Latrine, weil er unter Verdauungsproblemen litt. Man kann sich vorstellen, wie seine Gegner auf diese Tatsache reagierten: "Hö hö! Klar, wenn man so eine Scheiße schreibt..." Boulevard Wittenberg!

Luther empfahl den "einvernehmlichen Seitensprung"

Foto: Getty Images/iStockphoto/Mukhina1

Stimmt tatsächlich, allerdings ausdrücklich nicht zum Spaß, sondern für den Fall, dass ein Mann "zur Ehe untüchtig" ist. Dann soll die Ehefrau ihren Mann bitten, für die allgemeine Gesichtswahrung eine 'heimliche Ehe' mit dem Bruder oder Freund des Ehemannes eingehen zu dürfen.

Luther war nicht der erste, der die Bibel ins Deutsche übersetzte

Foto: stock.adobe.com/Aytunc Oylum

Es lassen sich insgesamt 70 Übersetzungen biblischer Texte ins Deutsche nachweisen, die vor der Reformation verfasst wurden. Das älteste gesamte Neue Testament auf Deutsch ist eine Handschrift aus Augsburg von 1350. Wer beeinducken möchte, kann den Anfang des Vaterunsers auswendig lernen, dessen Übersetzung wir dem Goten Wulfila verdanken. Es stammt bereits aus dem 4. Jahrhundert.

Atta unsar thu in himinam,
weihnai namo thein.
qimai thiudinassus theins.
wairthai wilja theins,
swe in himina jah ana airthai.
(Das 'th' wird wie im Englischen ausgesprochen.)

Übrigens: Das Besondere an Luthers Übersetzung war, dass er als Vorlage die hebräischen und griechischen Urtexte verwendete, nicht die lateinische Übersetzung.

Buchcover Hier stehe ich, es war ganz anders

Foto: SCM

Für unsere Bildergalerie haben wir uns Anregungen im Buch" Hier stehe ich, es war ganz anders" von Andreas Malessa geholt. Wir bedanken uns beim SCM Verlag.

Mögen Sie gern auf Partys Sätze sagen, die mit "Wussten Sie eigentlich, dass ..." beginnen? Dann sollten Sie sich unsere Fakten zu Martin Luther gut einprägen. Viel Spaß!