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Jesu Leben im Heiligen Land

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Jesu Leben im Heiligen Land
Geburtsgrotte in Betlehemn

Foto: epd-bild/Andy Meyers

Geburtsgrotte in Betlehemn

Foto: epd-bild/Andy Meyers

Fragt man Archäologen, ist Betlehem als historischer Geburtsort Jesu eher unwahrscheinlich. Warum ist er dennoch dazu gemacht worden? Im Alten Testament taucht der Name zum ersten Mal auf: "Aber du, Betlehem-Efrata, so klein unter den Gauen Judas, aus dir wird einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll", heißt es im <a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Micha5,1">Buch Micha</a>. Betlehem ist der Geburtsort König Davids, dort wurde er vom Propheten Samuel zum König gesalbt. Wie einst David, sollte auch der zukünftige Messias aus Betlehem kommen. Christen glauben, dass Jesus Christus dieser Messias ist (<a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Matth%C3%A4us2,1">Mt 2,1</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Lukas2,4-11">Lk 2,4-11</a>).

Geburtskirche in Betlehem_

Foto: epd-bild/Andy Meyers

Wo heute die Geburtskirche steht, ist für die ersten Jahrhunderte nur eine Höhle bezeugt. Im Jahr 326 ließ Kaiser Konstantin die Kirche bauen. Nachdem sie durch einen Brand zerstört worden war, baute Justinian auf den Fundamenten einen vergrößerten Kirchbau: Die Geburtskirche, wie wir sie heute vorfinden. In der Zeit der Kreuzfahrer kamen Mosaike und Säulenmalereien hinzu.

Verkündigungskirche in Nazareth

Foto: epd-bild/Thomas Lohnes

Im Norden Galiläas liegt die Stadt Nazareth. Laut biblischer Überlieferung wohnten Maria und Josef dort und Jesus ist in Nazareth aufgewachsen. Im Evangelium ist der Name des Ortes oft negativ besetzt. Im Rahmen seines öffentlichen Auftretens war Jesus dort nicht gern gesehen. Das Lukasevangelium spricht sogar davon, dass er nach einer Predigt aus der Stadt verjagt und fast einen Abhang heruntergestürzt wird. Auch die Aussage Jesu, kein Prophet werde in seiner Heimat anerkannt (<a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Lukas4,24">Lk 4,24</a>), bezieht sich auf Nazareth. Im <a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Johannes1,46">Johannesevangelium</a> fragt Natanael: "Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?" Nazareth ist biblisch jedoch auch der Ort, wo der Engel Gabriel die Geburt Jesu verkündet hat. An der Stelle, an der dies verortet wird, stand wahrscheinlich im 4. Jahrhundert erstmals eine Kirche. Die heutige Verkündigungsbasilika, eine römisch-katholische Kirche, wurde 1969 geweiht.

See Genezareth

Foto: Claudia Schwarz

Der See Genezareth liegt im Norden Israels. Von Nord nach Süd durchfließt der Jordan, Ort der Taufe Jesu, das 21 Kilometer lange Gewässer. Viele Erzählungen aus dem Leben Jesu spielen am oder auf dem See Genezareth, etwa die Berufung der ersten Jünger oder der Gang Jesu auf dem Wasser. Namen einiger Orte vom Westufer des Sees sind aus den Evangelien bekannt: Kafarnaum, der Berg der Seligpreisungen oder Tabgha, der Ort der Brotvermehrung. Die biblischen Geschichten locken viele Pilger an. Zudem bieten die grüne Landschaft und die Ruhe des Sees eine idyllische Atmosphäre. Der an sich ruhige See kann sich aber plötzlich in ein tosendes Wellenmeer verwandeln. Das liegt an sogenannten "Fallwinden", die senkrecht auf das Wasser stoßen. Darüber kann man schon im Neuen Testament lesen, etwa in der Erzählung, in der Jesus den Seesturm beruhigt (<a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Markus4,35-41">Mk 4,35-41</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Matth%C3%A4us8,18">Mt 8,18.23-27</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Lukas8,22-25">Lk 8,22-25</a>; besonders <a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Markus8,37">Mk 8,37</a>).

Kursi

Foto: Claudia Schwarz

Die Ausgrabungsstätte Kursi liegt auf der israelischen Seite der Golanhöhen, östlich des Sees Genezareth. Laut neutestamentlicher Überlieferung hat Jesus hier das "Schweinewunder" vollbracht. Sowohl Markus, Matthäus als auch Lukas beschreiben, wie Jesu die Dämonen des Besessenen von Gerasa austreibt und in eine Herde Schweine fahren lässt. (<a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Markus5,1-20">Mk 5,1-20</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Matth%C3%A4us8,28-32">Mt 8,28-32</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Lukas8,26-39">Lk 8,26-39</a>). Die Herde stürzt sich daraufhin einen Abhang hinab in einen See und die Tiere ertrinken. Die Dämonen bezeichnen sich selbst als "Legion". Exegeten zufolge bezieht sich das zusammen mit anderen Motiven der Erzählung auf eine Römische Legion. Für das 5. Jahrhundert sind an der Stelle eine Kirche und ein Kloster bezeugt. Sie wurden im 7. Jahrhundert durch die Sassaniden und die wiedererbaute Kirche im 8. Jahrhundert durch ein Erdbeben zerstört. Bei Ausgrabungen in den 1870er Jahren wurden die Ruinen gefunden und zum Teil wieder aufgebaut.

Berg Tabor

Foto: Claudia Schwarz

Nordöstlich der Jesreel-Ebene in Galiläa ragt ein 588 Meter hoher Berg auf. Er befindet sich im Zentrum der "via maris", einer wichtigen Handelsstraße der Antike. Im Neuen Testament wird auf dem Tabor die "Verklärung Jesu" verortet (<a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Markus9,2-10">Mk 9, 2-10</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Matth%C3%A4us17,1-13">Mt 17, 1-13</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Lukas9,28-36">Lk 9, 28-36</a>): Jesus geht mit Petrus, Jakobus und Johannes auf den Berg und wird vor ihren Augen verwandelt. Seitdem hat der Tabor eine bewegte Geschichte hinter sich: Eine Kirche und zwei Kapellen wurden erbaut, jedoch 614 wieder zerstört. Unter den Kreuzfahrern war der Berg gleichzeitig Festung und Wallfahrtsort. Dann ging er zuerst in den Besitz der Benediktiner und schließlich der Johanniter über. Der Mamluken-Sultan Baibar I. ließ dort schließlich seinen Sommerpalast bauen, bevor der Berg im 17. Jahrhundert in den Besitz der Franziskaner ging. Die heutige Verklärungsbasilika wurde 1924 geweiht. Neben ihr stehen die Eliaskirche und ein griechisch-orthodoxes Kloster. In der orthodoxen Tradition ist das "Taborlicht" als göttliches Licht von großer Bedeutung.

Palmsonntagsprozession

Foto: epd-Bild/Debbie Hill

Am Palmsonntag wird an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnert, der im <a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Matth%C3%A4us21,1-11">Neuen Testament</a> beschrieben wird. Dazu gibt es an vielen Orten Palmsonntagprozessionen. Auch in Jerusalem findet eine große Prozession verschiedener Ordensgemeinschaften vom Ölberg in Ostjerusalem aus statt. Gemeinsam mit ihnen pilgern tausende Christen aus verschiedenen Ländern von dort durch das Löwentor in die Altstadt von Jerusalem. Dabei haben sie große Palmzweige in der Hand, spielen Dudelsack und singen. In der Kreuzfahrerkirche St. Anna, nahe des Ecce-Homo-Bogens auf der Via Dolorosa, versammeln sie sich dann zu Gebet und Besinnung. Dort wird auch traditionell der Segen gespendet.

Der Abendmahlsaal auf dem Berg Zion

Foto: epd-bild/Fröhlich

Auf dem Berg Zion befindet sich in der Nähe der Dormitio-Abtei der Abendmahlsaal. Er liegt im ersten Stock über dem so genannten "Davidsgrab". Dort soll das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern stattgefunden haben (zum Beispiel <a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Markus14,53-65">Mk 14</a>). Die kirchliche Tradition verbindet auch das Pfingstfest mit diesem Ort. Die Grundmauern des Gebäudes stammen aus der Kreuzfahrerzeit und wurden auf den Ruinen einer byzantinischen Basilika erbaut. Im 14. Jahrhundert errichteten Franziskaner den gotischen Saal, wie er bis heute zu sehen ist. Das Gebäude gehört seit 1948 dem Staat Israel.

Garten Gethsemane

Foto: epd-bild/Thomas Lohnes

Der Ölberg war eine Olivenplantage, in der Öl gewonnen wurde. Gethsemane stammt vermutlich von dem aramäischen Wort für "Ölpresse". Kein besonderer Ort eigentlich. Doch was alle <a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Matth%C3%A4us26,36-46">Evangelien</a> über ihn berichten, machte ihn weltweit bekannt. Gethsemane ist der Ort des Abschieds, der Todesangst und des Verrats Jesu. Gab es kurz vorher noch die Gemeinschaft beim letzten Abendmahl, fällt jetzt alles auseinander. Jesus könnte fliehen: auf der anderen Seite des Ölbergs beginnt die Wüste. Doch er bleibt. Jesus bittet die Jünger, zu wachen und zu beten, doch sie verlassen ihn. Er betet einsam. Dann der Verrat durch den Kuss des Judas, Häscher nehmen ihn gefangen.

Kirche der Nationen

Foto: epd-bild/Norbert Neetz

Pilger im 4. Jahrhundert berichten von einer Kirche und einer Stätte des Verrats. In Berichten des 5. und 6. Jahrhunderts ist nur von einer Kirche die Rede, die wahrscheinlich durch einen Brand zerstört wurde, im 8. Jahrhundert wieder von zweien. Die Kreuzfahrer restaurierten die heiligen Stätten: In Gethsemane entstand eine religiöse Anlage aus Mariengrab, "Kapelle mit Grotte" sowie der "Kirche des Erlösers". Obwohl die Kirchen im 14. Jahrhundert verfielen, besuchten Pilger weiterhin den Ort. Heute steht zwischen den Ölbäumen die "Kirche der Nationen", auch Todesangstbasilika genannt. Sie wurde 1924 auf den Fundamenten einer byzantinischen Kirche aus dem 4. Jahrhundert erbaut.

Der Hahn als Symbol der Verleugnung Jesu durch Petrus auf der Kuppel der Kirche in St. Peter in Gallicantu

Foto: Claudia Schwarz

Die Kirche St. Peter in Gallicantu, "zum Hahnenschrei", liegt am Osthang des Zions, in der Nähe der Jerusalemer Altstadt. Der Palast des Kajafas an diesem Ort ist nur durch die <a href="https://www.bibleserver.com/text/LUT/Matth%C3%A4us26,69-75">Evangelien</a> bezeugt; konkrete Ortsangaben machen diese aber nicht. Dennoch haben im 3. Jahrhundert erstmals Pilger die Verurteilung Jesu durch Kajafas und die Verleugnung durch Petrus am Ostabhang des Zion verortet. Außerdem gilt er als Ort "der Reue Petri". Eine Kirche ist jedoch erst für das 6. Jahrhundert bezeugt. Die Kreuzfahrer haben an der gleichen Stelle eine neue Kirche erbaut, die das Symbol des Hahns in den Vordergrund rückt. Die heutige Kirche wurde 1931 geweiht und gehört dem Orden der Assumptionisten, die auf dem Gelände ebenfalls ein Kloster mit Gästehaus besitzen.

Via Dolorosa

Foto: epd-bild/Thomas Lohnes

Die Via Dolorosa ist ein Prozessionsweg in Jerusalem, der mit 14 Stationen an den Leidensweg Jesu erinnert. Es ist eine Erinnerung an den Weg, den Jesus vor seiner Kreuzigung gehen und dabei sein Kreuz tragen musste. Die Strecke beginnt an einem der beiden möglichen Amtssitze des Pilatus. und führt durch die Altstadt, vorbei an Gewürz- und Obstständen des arabischen Suks, bis zum "Hügel Golgatha", dem Ort der Hinrichtung Jesu. In der Grabeskirche selbst befinden sich die letzten fünf Stationen.
Es gibt verschiedene Versionen, die heutige stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Via Dolorosa ist ein katholischer Prozessionsweg, der aber auch von anderen Christen genutzt wird. Jeden Freitag gibt es eine römisch-katholische Prozession entlang der Via Dolorosa.

Grabeskirche in Jerusalem_

Foto: epd-bild/Andy Meyers

Die Grabeskirche, auch Anastasis (Auferstehung) genannt, ist eines der wichtigsten Heiligtümer der Christenheit. Sie befindet sich im Christlichen Viertel der Jerusalemer Altstadt. Die Grabeskirche gilt als Ort der Kreuzigung und Grablegung Jesu.
Seit dem 4. Jahrhundert wird das Grab Jesu erstmals an der Stelle der heutigen Grabeskirche lokalisiert. Unter einem Forum und Tempel fand Kaiser Konstantin Reste einer Grabanlage, die sich bis heute in der Grabeskirche befinden. 325 ließ er dort eine erste Kirche errichten. 614 wurde diese verwüstet, in byzantinischer Zeit wieder restauriert, 1009 unter der Herrschaft der Fatimiden jedoch zerstört. 40 Jahre später wurde die Kirche bereits wieder aufgebaut und schließlich in der Kreuzfahrerzeit zu dem Bau umgestaltet, wie er im Wesentlichen heute vorzufinden ist.

Grabeskapelle in Jerusalem

Foto: epd-bild/Debbie Hill

In ihrem Innern befinden sich unter anderem die Ädikula, der Golgatha-Felsen sowie der Stein, auf dem Jesu Leichnam gesalbt worden sein soll. Biblisch gibt es zwar kaum Hinweise auf den historischen Ort dieser Ereignisse, dennoch gilt der Ort der Grabeskirche als wahrscheinlichster.
Einzig die Ädikula, das Heilige Grab, gehört allen Christen gemeinsam. Ansonsten ist die Kirche zwischen den verschiedenen christlichen Konfessionen unterteilt: Die griechisch-orthodoxe Kirche, die katholische Kirche (vertreten durch die Franziskaner), die armenische Kirche sowie Äthiopier, Kopten und Syrer besitzen Räumlichkeiten in und auf der Grabeskirche. Besonders an hohen Feiertagen kommt es oft zu Konflikten und sogar Handgreiflichkeiten zwischen den Mönchen.

Wie hat sich die Grabeskirche im Lauf der Jahrhunderte verändert? Wo genau hat Petrus Jesus verleugnet? Und was ist eigentlich in Kursi passiert? Die Bildergalerie zeigt die wichtigsten Stationen im Leben Jesu. Dabei werden die biblische Bedeutung der Orte sowie ihre Geschichte beleuchtet.
Claudia Schwarz