Das Beste kommt zum Schluss

 Die evangelisch.de Redaktion verrät ihre liebsten Filme mit Happy End.

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Die evangelisch.de Redaktion verrät ihre liebsten Filme mit Happy End.

Das Beste kommt zum Schluss
Happy End-Filme der evangelisch.de-Redaktion
"Die Wahrheit erwarten" ist das Wochenmotto in der siebten Woche der Fastenaktion der evangelischen Kirche 2019. Wir hoffen darauf, dass am Ende die große Antwort kommt. Wie ist es wirklich, geht alles gut? Wir tragen immer die Hoffnung darauf in uns. Die evangelisch.de Redaktion verrät ihre liebsten Filme mit Happy End.
Deutschland spricht 2019

Frank Muchlinsky: Die Verurteilten

Wer den Film auf Englisch schaut, bekommt das Happy End gleich im Titel serviert: "The Shawshank Redemption", "die Shawshank Erlösung" heißt der Film, nach einer Novelle von Stephen King. Man könnte sich also beruhigt zurücklehnen und die Erlösung erwarten. Nur: Wie die aussehen soll, kann man sich den ganzen Film über nicht vorstellen. Handlungsort ist ein Gefängnis, in dem Vergewaltigungen, Korruption und Unterdrückung das Leben der Insassen bestimmen. Hauptperson ist Andy Dufresne, gespielt von Tim Robbins. Er durchlebt zwanzig Jahre geprägt von vielen Grausamkeiten und wenigen Hoffnungsmomenten. Wer zuschaut, wünscht sich und Andy so dringend "Erlösung", dass man irgendwann nur noch hofft, die Qual möge aufhören. Und dann ein Happy End – so dick, so vollkommen, so herrlich, dass man vom hellen Licht der Schlussszene regelrecht geblendet wird. Aber ich will nicht weniger, ich will genau diesen Schuss, diese Erlösung.

Lilith Becker: #FemalePleasure

Wie wir miteinander leben und was wir uns erlauben in einer Gesellschaft, das sind Fragen, die wir Menschen uns stellen, seit es uns gibt. Der Film #FemalePleasure zeigt fünf Frauen aus fünf großen Weltkulturen, die auf ihre Art der Unterdrückung ihrer Weiblichkeit entkommen sind und andere davor bewahren möchten, dass ihnen das Gleiche widerfährt. Der Film zeigt nah an den Frauen, wie erlösend gegenseitiges Einvernehmen für eine ganze Gesellschaft sein könnte. Und trotz des schweren Weges, den die Frauen zurückgelegt haben, sind sie alle am Ende des Films an einem Punkt, der zeigt wie stark sie ihr Schicksal gemacht hat und wie schön wir Menschen es miteinander haben könnten - wenn wir uns nur ließen.

Claudius Grigat: Bergkristall

Wenn man diese Verfilmung der alten Erzählung von Adalbert Stifter zusammen mit nägelkauenden Kids anschaut, wird einem erst so richtig klar, wie wichtig hier ein "Happy End" ist. Schließlich können die beiden Kinder im Film, die am Weihnachtsmorgen vor dem Erfrieren gerettet werden, nichts für den Konflikt der beiden Bergdörfer und damit auch der Menschen, die ihnen nahestehen. So aber wird der Film, der in der Christnacht spielt, zum Osterfilm. Die Totgeglaubten kehren ins Leben zurück und erleben auch noch ein Pfingstwunder: die plötzliche Versöhnung und Einigkeit der scheinbar so unterschiedlichen Streitparteien. Und dazu gibt es grandiose Aufnahmen der atemberaubenden Naturkulisse, die der Bergfilm-Veteran Vilsmaier fast genauso instruktiv einsetzt wie Stifter in seiner Novelle. Love conquers all!

Stephanie Faugel: Die beste aller Welten

"Die beste aller Welten" ist eine autobiographische Verfilmung des Jungregisseurs Adrian Goiginger. Der heute 28-Jährige wächst mit einer schwer drogensüchtigen Mutter auf, in einem Viertel am Rande der Stadt, inmitten der Salzburger Junkie-Szene der 90er Jahre. Unverblümt und beängstigend echt erzählt der Film die Geschichte seiner Kindheit; von der dreckigen, mit Decken zugehangenen Wohnung, den Drogenexzessen im eigenen Wohnzimmer, dem Tod des befreundeten Dealers. Helga Goiginger bekämpft ihre inneren Dämonen, um ihren Jungen behalten zu können und schafft das schier Unmögliche: Sie wird clean. Das wahre "Happy End" liegt aber in der faszinierenden Liebesgeschichte zwischen Mutter und Sohn. Gemeinsam schaffen sie sich ihre eigene phantasievolle Parallelwelt, eben "die beste aller Welten". Ein "Happy End", das Hoffnung aufkommen lässt und auch in dunklen Zeiten Mut macht. 

Markus Bechtold: Der große Trip – Wild

Die 26-jährige Cheryl beschließt nach dem Tod ihrer Mutter Bobbi, nach Heroinkonsum, der Scheidung von ihrem Ehemann Paul und wahllos wechselnden sexuellen Bekanntschaften, sich allein und ohne Vorkenntnisse auf eine endlos wirkende Suche tausend Meilen durch die Wildnis zu machen. Immer wieder brechen schmerzhafte, aber auch liebevolle Erinnerungen auf. Voller Angst kämpft sie sich durch ihre Trauer und Enttäuschungen. Doch sie erreicht ihr Ziel: ihren Weg zu sich selbst. Im Film taucht als mythischer Begleiter mehrmals ein Fuchs auf, der sie voller Liebe an ihre tote Mutter denken lässt. Die Atmosphäre des Films wird durch Musik von Simon & Garfunkel geprägt. Ein Film über Schuld und Vergebung, über eine Frau, die es langsam schafft, wieder zu sich zu finden. Kraftvoll schreit sie der Welt ihren ganzen Schmerz ins Gesicht und sich dadurch von der Seele. Erst nach der völligen Erschöpfung beginnen langsam wieder Hoffnung, Lebensmut und Zuversicht in ihr zu wachsen. Ihr Happy End gibt ihr den nötigen Halt.

Lena Christin Ohm: Anastasia

Als ich als kleines Mädchen zum ersten Mal "Anastasia" gesehen habe, war mir klar, wie er enden muss: Sie findet heraus, wer sie ist, und kehrt zu ihrer Großmutter zurück. Doch dann kommt die Liebesgeschichte mit Dimitri, dem ehemaligen Dienstboten, dazu. Der ist für eine Zarentochter natürlich nicht standesgemäß. Was war ich enttäuscht, als sich die beiden voneinander verabschieden. Und dann – oh Wunder – überlegt es sich Anastasia anders und  verlässt die glänzende Adelswelt, um mit Dimitri zusammen zu sein. Ich hatte es in meiner kindlichen Gutgläubigkeit gehofft, aber nicht mehr damit gerechnet. Die Großfürstin fasst es am Ende schön zusammen. "Sie lieben sich. Ist das nicht ein perfektes Ende?", fragt ihre Vertraute. Und sie antwortet: "Nein, es ist ein perfekter Anfang."

Stefanie Spitzer: Auf immer und ewig

Zugegeben, das Ende ist jetzt nicht sehr überraschend, schließlich ist "Auf immer und ewig" eine Verfilmung des Grimm'schen Märchens "Aschenputtel". Allerdings handelt es sich hier um die "wahre" Geschichte, wie die deutschen Volksdichter gleich zu Beginn des Films selbst erfahren, als sie an den französischen Hof zitiert werden, um dort von der Königin höchstpersönlich über die tatsächlichen Begebnisse aufgeklärt zu werden. Zwar gibt es keine gute Fee, noch verzauberte Haselnüsse oder ein magisches Bäumchen, aber durchaus den berühmten Schuh, der am Ende des Balls verloren geht. Doch wartet hier das resolute Aschenputtel nicht auf die Rettung durch den Prinzen, sondern befreit sich selbst aus ihrer Misere – ehe dann am Ende natürlich geheiratet und die fiese Stiefmutter mitsamt ihrer misratenen Tochter vorgeführt wird. Irgendwie dann doch alles recht realistisch.

Hanno Terbuyken: Matrix

"Wie es von jetzt an weitergeht, überlasse ich euch", sagt Neo am Ende von "Matrix" zu den Maschinen, die die Menschheit als Batteriezellen missbrauchen. Es ist eine Kampfansage, der endgültige Ausbruch aus der Gefangenschaft. An dieses Ende hat selbst Neo bis zum Ende nicht wirklich geglaubt. Nur seine engen Freunde und Retter tragen den Glauben an ihn, den Auserwählten. Er stirbt und wird durch die Kraft der Liebe wieder erweckt. Neo ist eine Erlöserfigur, die zwischen den Welten wandelt. Er gibt den Menschen eine neue Chance, den Erzfeind zu besiegen, der ihr ganzes Dasein bestimmt. Klingt vertraut? Kein Wunder: Es ist ja auch bald Ostern.