Kirche unterstützt Angehörige der NSU-Opfer mit 20.000 Euro

Kirche unterstützt Angehörige der NSU-Opfer mit 20.000 Euro
Die bayerische evangelische Landeskirche unterstützt die Angehörigen der NSU-Opfer mit 20.000 Euro beim bevorstehenden Prozess. Mit dem Geld soll den Angehörigen die Teilnahme an der Gerichtsverhandlung als Nebenkläger ermöglicht werden, wie die Landeskirche am Mittwoch mitteilte. Das Verfahren gegen die mutmaßliche Rechtsextremistin Beate Zschäpe soll am 17. April vor dem Oberlandesgericht München eröffnet werden.

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sagte: "Wir sind seit längerem mit Angehörigen der NSU-Opfer im Kontakt und hatten bereits Unterstützung zugesagt." Als man erfahren habe, dass dringend weitere Finanzmittel nötig seien, um die Reise- und Aufenthaltskosten der Angehörigen zu bezahlen, habe die Landeskirche beschlossen, 20.000 Euro zu geben. Das Erzbistum München hatte bereits Mitte März Unterstützung in gleicher Höhe zugesagt sowiel Unterkunftsmöglichkeiten.

Die Ombudsfrau der Bundesregierung für die Opfer der NSU-Morde, Barbara John, bezeichnete die kirchliche Unterstützung als "großartig". Damit würde es überhaupt erst ermöglicht, dass die Angehörigen am Prozess teilnehmen können. Von staatlicher Seite gebe es keine Möglichkeit, Reise oder Aufenthaltskosten vorzustrecken.

Die Terrorvereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) hat zwischen 2000 und 2007 insgesamt zehn Menschen, die meisten von ihnen türkisch- und griechischstämmige Migranten, ermordet. Fünf der Morde geschahen in Bayern. Die zehn Morde sollen die drei Rechtsextremisten Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt begangen haben. Der rechtsterroristische Hintergrund der Taten wurde nach Versäumnissen der Behörden in den Jahren zuvor erst im November 2011 aufgedeckt. Mundlos und Böhnhardt hatten sich am 4. November 2011 selbst getötet, als ihnen die Polizei nach einem Banküberfall auf der Spur war.

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