Jesus ist von Pappe

Jesus ist von Pappe
Jetzt kommt Jesus auch zu Ihnen!

Nicht vergessen: In wenigen Wochen ist Weihnachten! Schockierend, aber wahr. Sie wissen schon: Jesus kommt in die Welt. Advent eben. Jedes Jahr das gleiche, Sie kennen das. Doch diesmal ist etwas anders. Diesmal ist Jesus gekommen, um zu bleiben. Also, wenn Sie ihn bestellen. So ist das nämlich. Sie müssen ihn schon bereitwillig bei sich aufnehmen, wie wir Christen das so sagen. Nicht mal in Ihr Herz in diesem Fall, aber in Ihre Wohnung. Machen Sie einfach die Bibelstelle wahr: "Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen" (Psalm 145, 18). Rufen Sie die Bestellhotline an und sagen Sie ja zu Jesus. Dann steht er da rum in Ihrer Wohnung und sammelt Staub an. Denn dieser Jesus – er ist aus Pappe. Eine lebensgroße Pappfigur. 187 Zentimeter groß und vor allem: Er hat eine Rückseitenstrebe! So kann er ganz alleine stehen.

Ist ja auch völlig egal, dass der echte Jesus wohl eher nicht weiß, blond und mit einem weiß-roten Gewand bekleidet war. Ach Papperlapapp, wer weiß das schon so genau. Irgendwie sieht dieser Pappjesus schon ziemlich jesussig aus, so wie wir uns das halt vorstellen in Europa. 

Wir hatten zu Hause ja nur mal einen Papppicard, ja echt. Also den Jesus in Picard. Oder den Picard in Pappe. Den Kapitän der USS Enterprise Vermutlich auch mit Rückseitenstrebe, so genau weiß ich das nicht mehr, ist schon über 20 Jahre her. Einen Herzfehler hatte er allerdings – sprich: Trotz sorgfältiger Versandverpackung ein kleines Loch in der Brust, das wir gleich nach dem Auspacken reklamierten. Nach dem Zurücksenden und der Lieferung eines neuen Papppicards hatte jener aber exakt an der gleichen Stelle exakt den gleichen Herzfehler. Also, entweder haben die uns einfach den guten Herrn wieder zugeschickt, ohne irgendwas zu machen, oder die Sache ist erblich und die ganze Papppicardfamilie hat dieses Loch. 

Pappjesus hat aber ganz bestimmt keinen Herzfehler. Er hat ein großes Herz. Für alle, auch die mit Fehlern. Er kennt seine Pappenheimer und liebt sie. Dazu steht er einfach da rum, blickt selig nach oben und legt die Hände zusammen zum Gebet. 

Anders als Picard, gibt es übrigens von Jesus noch eine Miniaturausgabe für den Schreibtisch gratis dazu. Der Trend geht zum Zweitpappjesus. 

Dass der echte Jesus nicht nur anders aussah, sondern auch viel weltlicher war als dieser entrückt vor sich hinbetende Staubfänger, brauchen wir Ihnen hoffentlich nicht extra zu sagen. 

Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten. Jesus kommt. Nicht nur in Ihre Wohnung, sondern in Ihr Herz. Wenn Sie ihn lassen. Rufen Sie an.  

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Katharina Payk hat eine Auswahl religiös-queerer Podcasts zusammengestellt.
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