Menschenrechtler kritisieren Morde an Tuareg in Mali

Menschenrechtler haben vor einer massiven Verschlechterung der Sicherheitslage im afrikanischen Mali gewarnt. Allein am Freitag und Samstag seien 43 Zivilisten bei Angriffen mutmaßlich islamistischer Terroristen auf Tuareg-Camps getötet worden, erklärte der Direktor der Gesellschaft für bedrohte Völker, Ulrich Delius, am Wochenende in Göttingen.

Die Verbrechen müssten aufgeklärt und die Verantwortlichen bestraft werden, andernfalls werde es kein Ende der Gewalt in dem seit fünf Jahren eskalierenden Bürgerkrieg geben.

Die jüngsten Überfälle ereigneten sich Delius zufolge in der Region von Menaka nahe der Grenze zum Nachbarland Niger im Norden Malis. Schwer bewaffnete Angreifer auf Motorrädern hätten vor einem Tuareg-Camp wahllos um sich geschossen. Dabei seien zwölf Menschen getötet worden. Die meisten Opfer seien alte Menschen und Kinder gewesen. In einem anderen Camp seien bei dem Ort Awakassa 31 weitere Zivilisten getötet worden.

Die Region um Menaka sei ein Rückzugsgebiet für radikal-islamische Terrorgruppen, die im Norden Malis und im Grenzgebiet zum Niger operierten, erläuterte Delius. Mehrfach hätten diese Terrorgruppen Flüchtlingslager angegriffen, um die Zivilbevölkerung einzuschüchtern und zur Kooperation zu zwingen.



Der Bundestag hatte am Donnerstag den Einsatz der Bundeswehr an der UN-Friedensmission Minusma in Mali um 13 Monate verlängert. Der Einsatz gilt als der gefährlichste für die Bundeswehr in Mali. Bis zu 1.100 deutsche Soldaten werden nach dem Willen der Bundesregierung künftig an der UN-Mission Minusma beteiligt. Deutschland ist seit 2013 militärisch vor Ort. Im Juli 2017 kamen zwei Bundeswehr-Soldaten beim Absturz eines Hubschraubers ums Leben.