Sudan schließt Grenze zu Eritrea

Einsatzkräfte der sudanesischen Grenzpolizei patrouillieren an der sudanesisch-eritreischen Grenze bei Kassala und suchen nach Flüchtlingen, die illegal die Grenze zum Sudan überqueren.

Foto: MINDS Global Spotlight/AFP/Ashraf Shazly/dpa

Einsatzkräfte der sudanesischen Grenzpolizei patrouillieren an der sudanesisch-eritreischen Grenze bei Kassala und suchen nach Flüchtlingen, die illegal die Grenze zum Sudan überqueren.

Die sudanesische Regierung hat die Grenze zum Nachbarland Eritrea geschlossen. Dazu wurden Tausende Soldaten in den Bundesstaat Kassala entsandt, wie die Zeitung "Sudan Tribune" am Sonntag berichtete.

Den Behörden zufolge soll mit dem Schritt unter anderem der Waffenschmuggel in der Region gestoppt werden. Weil viele eritreische Flüchtlinge über den Sudan ihre Flucht nach Europa antreten, hängt die Grenzschließung aber womöglich auch mit Druck der Europäischen Union zusammen.



Der Lyoner Migrationsforscher Marc Lavergne sagte am Sonntag im französischen Auslandssender RFI, die Entscheidung könne als Botschaft an westliche Staaten verstanden werden. Damit unterstreiche der Sudan seine Bereitschaft, die Migrationsströme in Richtung Europa einzudämmen. Entsprechende Forderungen erhebt die EU. Im Rahmen des sogenannten Khartum-Prozesses bietet sie afrikanischen Ländern im Gegenzug Hilfen an. Die Vereinbarung des Khartum-Prozesses sind umstritten, weil auch autoritär regierte Staaten wie der Sudan, Eritrea und der Südsudan zu den Unterzeichnern gehören.