Chile: Freisprüche von Mapuche aufgehoben

In Chile wird der Prozess gegen elf Ureinwohner vom Volk der Mapuche wegen Brandstiftung mit Todesfolge neu aufgerollt. Ein Berufungsgericht in Temuco hob am Freitag (Ortszeit) ein Urteil aus erster Instanz auf, bei dem die Angeklagte freigesprochen worden waren, wie die Zeitung "La Tercera" berichtete.

Den Mapuche wird vorgeworfen, im Januar 2013 einen Brandanschlag auf eine Farm in der Region Araucanía im Süden Chiles verübt zu haben. Ein Ehepaar wurde damals getötet.

In erster Instanz hatte ein Gericht die Beweise für nicht ausreichend befunden und die Angeklagten im Oktober freigesprochen. Die Familie der Opfer sowie die Regierung legten Berufung ein. Ein neuer Prozesstermin steht noch nicht fest.



Die Regierung und die Familie des Opfers zeigten sich zufrieden mit der Entscheidung des Berufungsgerichts. Die Mapuche-Anführerin Francisca Linconao kritisierte das neue Urteil scharf und bezeichnete es als ungerecht. Sie sei unschuldig, betonte Linconao. Sie war Anfang 2017 aus Protest gegen die monatelange Untersuchungshaft mehrere Wochen in den Hungerstreik getreten.

Die Region Araucanía im Süden Chiles ist eine der ärmsten Regionen des Landes und Stammesgebiet der Mapuche. Rund 600.000 Menschen leben dort noch in traditionellen Gemeinschaften. Die Region ist seit Jahren von gewaltsamen Landkonflikten geprägt. Immer wieder kommt es zu Vandalismus und Brandanschlägen.