Kardinal Woelki: Jeder Mensch braucht eine Wohnung

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki hat das Menschenrecht auf Wohnen hervorgehoben.

"Jeder Mensch braucht eine Wohnung, die ihm Heimat ist", sagte Kardinal Woelki laut Redetext in seiner Weihnachtspredigt am Montag im Kölner Dom. Die rund 860.000 wohnungslosen Menschen in Deutschland hätten diese Sicherheit und diesen Schutz jedoch nicht. 50.000 von ihnen seien ganz ohne Obdach und lebten das ganze Jahr auf der Straße. 

Dabei sei Obdachlosigkeit nicht nur wegen der Kälte, sondern auch aufgrund von Gewalt lebensgefährlich: "Immer wieder hören und lesen wir davon, dass Obdachlose bestohlen, ausgeraubt, geschlagen oder gar angezündet werden."


Woelki prangerte zudem hohe Mieten an: "Mehr und mehr Menschen können sich Wohnen in unserem an sich wohlhabenden Land nicht mehr leisten, weil Wohnungen nicht selten ausschließlich zu Renditeobjekten geworden sind." An Weihnachten habe Gott mit der Menschwerdung seines Sohnes Wohnung unter den Menschen genommen, sagte der Erzbischof. Deshalb könne die Kirche "nicht einfach schweigen, wenn Menschen heute kein Zuhause, keine Wohnung finden, wenn Mieten Menschen die Luft abschnüren und sie an den Rand gedrängt werden - erst an den Rand der Städte, dann an den ihrer Existenz".