Hunderttausende Kinder sterben jährlich wegen zu wenig Muttermilch

Stillen

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Ein Baby wird gestillt.

Mehr als 800.000 Kleinkinder weltweit sterben nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef jedes Jahr, weil sie nicht genug Muttermilch erhalten. Die große Mehrheit der Todesfälle sei bei Mädchen und Jungen unter sechs Monaten zu verzeichnen, erklärte Unicef am Donnerstag in Köln.

Anlässlich des Muttertages am Sonntag verwies Unicef darauf, dass die Abwehrstoffe der Muttermilch Kinder vor Krankheiten schützen. Die Milch versorge Säuglinge auch mit lebensnotwendigen Nährstoffen. Muttermilch habe die Wirkung eines Impfstoffes auf die Kleinen. Zudem habe das Stillen positive Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung und werde mit einem erhöhten Intelligenzquotienten des Kindes in Verbindung gebracht.

Laut Unicef stillen Mütter in Industrieländern ihre Babys deutlich seltener als in Entwicklungs- und Schwellenländern. So wurden in Bhutan, Madagaskar und Peru jeweils 99 Prozent der Babys gestillt. In Deutschland seien es 82 Prozent, in den USA 74 Prozent und in Irland nur 55 Prozent.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die WHO anlässlich der beginnenden Weltwoche des Stillens in Genf erklärt, dass Muttermilch Säuglinge mit lebensnotwendigen Nährstoffen und Abwehrstoffen versorge. Babys erhielten durch Muttermilch einen besonderen Schutz vor Durchfallerkrankungen und Lungenentzündungen. Zudem habe das Stillen positive Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung der Kinder. "Das Stillen gibt den Babys den bestmöglichen Start ins Leben", betonte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die Muttermilch habe die Wirkung eines Impfstoffes auf die Kleinen.

Die WHO betonte, dass nur 40 Prozent aller Mädchen und Jungen unter sechs Monaten ausschließlich durch Muttermilch ernährt würden. Falls diese Rate bis 2025 auf 50 Prozent gesteigert würde, könnten 520.000 Kinder unter fünf Jahren vor einem frühzeitigen Tod bewahrt werden. Zudem wies die WHO auf die gesundheitlichen Vorteile des Stillens für Mütter hin. Bei Müttern, die stillten, sei ein vermindertes Risiko zu verzeichnen, an bestimmten Krebsarten wie Brustkrebs zu erkranken.

Mit der Initiative "Babyfreundlich" setzen sich Unicef und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dafür ein, dass in Deutschland Mütter über das Stillen informiert werden.